Heute servieren wir die teramanische Osterpizza. Es ist ein typisches Gebäck aus den Abruzzen der Osterspezialitäten. Eine uralte Torte mit zartem Geschmack und betörendem Aroma!
Es ist ein Hefeteig, gefüllt mit kandierten Früchten, sehr weich und super lecker! Man könnte es als das Oster-Panettone bezeichnen. Die Zutaten sind einfach und leicht bekommbar. Deshalb ist dieses traditionelle Ostergebäck das ganze Jahr über köstlich.
Die Zubereitung dauert lange, ist aber nicht schwierig. Man muss den Teig nur warm gehen lassen! Es bleibt mehrere Tage weich, wenn man es in Gefrierbeuteln aufbewahrt.
Man kann es auch einfrieren und ab und zu eine Scheibe genießen. Wer keine kandierten Früchte mag, kann die Osterpizza mit Schokotropfen machen. Das Rezept, das ich euch schenke, ist ein Familienrezept – vielen Dank an Bice für dieses Geschenk.
Schauen wir uns gemeinsam die Zutaten und die Zubereitung mit Fotos Schritt für Schritt an.
Am Ende des Artikels findest du weitere nützliche Tipps. Außerdem wartet ein kleines Geschenk auf dich ❤
Hier einige meiner regionalen Lieblingsrezepte, die ich dir unbedingt empfehlen möchte auszuprobieren.
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Günstig
- Ruhezeit: 10 Stunden
- Vorbereitungszeit: 1 Stunde
- Portionen: 1 große Pizza oder zwei mittlere
- Kochmethoden: Backofen (elektrisch)
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Ostern, Alle Jahreszeiten
Zutaten
- 600 g Mehl Typ 00 (Kein Manitoba)
- 150 g Zucker
- 3 Eier (mittelgroß)
- 300 g Milch (Vollmilch oder teilentrahmt)
- 100 g Olivenöl (leichtes, mildes Olivenöl oder Pflanzenöl)
- 1 Würfel frische Hefe (d.h. 25 Gramm, oder 1 Päckchen Trockenhefe à 7 g)
- 50 g kandierte Kirschen (rot oder grün oder beides gemischt)
- 50 g kandierter Zedrat (kann durch zusätzliche kandierte Kirschen ersetzt werden)
- 1 Zitronenschale (zum Reiben)
- 1 Esslöffel Anissamen (nur wenn gewünscht)
Werkzeuge
- Schüsseln
- Handmixer
- Kochlöffel
- Spatel
- Backform aus Papier
- Reibe
- Backpapier
Die oben angegebenen Mengen reichen für eine große Osterpizza (ca. 1 kg) oder für zwei mittelgroße Pizzen.
Alle angegebenen Zutaten VERDOPPELN, wenn du mehrere Pizzen machen möchtest.
Sowohl die erste als auch die zweite Gehzeit dauern jeweils ungefähr 4–5 Stunden.
Plane also deine Zeit gut ein!
Ich habe den ersten Teig um 9:50 Uhr morgens begonnen. Um 10:20 Uhr habe ich ihn zum Gehen gestellt.
Um 14:30 Uhr habe ich den Teig wieder herausgenommen zum Füllen und um 15:15 Uhr erneut zum Gehen gestellt (ich habe den Teig halbiert, um zwei Pizzen zu bekommen!).
Um 20:30 Uhr habe ich die Osterpizzen etwa eine Stunde im Ofen gebacken. Insgesamt benötigt man also ungefähr 11–12 Stunden.
Für die Füllung verwendet man in Teramo traditionelle kandierte Früchte. Die roten und grünen Kirschen sind am gebräuchlichsten. Auch klein gewürfelter kandierter Zedrat ist sehr gut geeignet.
Zur Aromatisierung verlangt die Tradition meist Anis. Bei mir mag ihn zuhause niemand, deshalb habe ich ihn nicht verwendet!
Los geht’s! Wenn du frische Hefe verwendest, in lauwarmer Milch auflösen.
Achte auf die Temperatur der Milch: ist sie zu heiß, stirbt die Hefe und die Pizza wird nie aufgehen!
Bei Trockenhefe die Anweisungen auf der Verpackung genau lesen.
Es gibt zwei Arten von Trockenhefe: Eine wird mit dem Mehl vermischt.
Die andere wird in die Flüssigkeiten auflöst (wie frische Hefe). Das hängt vom Hersteller ab.
Ich habe die Trockenhefe gewählt, die mit dem Mehl vermischt wird, damit es schneller geht!
In einer Schüssel ganze Eier und Zucker mit den Rührbesen mindestens 10–15 Minuten schaumig schlagen.
Wähle einen sehr großen Behälter, damit die Masse beim Gehen nicht überläuft.
Olivenöl hinzufügen (achte auf ein leichtes, mildes Öl, ansonsten Pflanzenöl verwenden) und weiter mixen.
Die Milch mit der gut aufgelösten Hefe einrühren und vermengen.
Die Mehlmischung nach und nach einrieseln lassen (bei der oben genannten Trockenhefe zusammen mit dem Mehl) und mit den Rührbesen arbeiten.
Sobald der Mixer schwerer läuft, ausschalten und mit einem Holzlöffel weitermischen, um alles gut zu verbinden.
Du erhältst eine weiche, klebrige Masse, die nicht mit der Hand formbar ist.
Deshalb ist es besser, einen Spatel oder Löffel zu verwenden.
Jetzt die Schüsseloberfläche mit Frischhaltefolie abdecken und die Schüssel buchstäblich warm stellen.
Die teramanische Osterpizza liebt es verwöhnt zu werden! Sie mag keine kalten Temperaturen.
Wenn du eine Heizung im Haus hast, ist das der perfekte Ort, um die Pizza gehen zu lassen.
Lege eine Decke oder Wollschal auf eine Ablagefläche (Tisch, Stuhl o.ä.).
Stelle die Schüssel mit dem Teig auf die Decke und wickle rundherum einen weiteren Schal darum.
Ca. 4–5 Stunden ohne Stören gehen lassen.
Wenn du keine Heizung oder keinen warmen Raum hast, stelle die Schüssel in einen ausgeschalteten Backofen mit eingeschaltetem Licht.
Nach der ersten Gehzeit die Schüssel wieder auf die Arbeitsfläche stellen.
Alles auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen. Wer zwei Pizzen machen will, teilt den Teig halbiert.
Es ist nicht nötig, die Arbeitsfläche stark zu bemehlen, aber wichtig ist, einen Spatel zu verwenden, um den Teig zu berühren.
Die Schale einer gut gewaschenen Bio-Zitrone über den Teig reiben. Die kandierten Früchte darüber verteilen.
Ich habe gehackte rote Kirschen und klein gewürfelten kandierten Zedrat verwendet.
Mit einem Spatel (oder Teigkarte) eine Ecke des Teigs anheben und zur Mitte falten.
Das von allen Ecken wiederholen, bis die Masse sich auf sich selbst schließt und die Füllung eingeschlossen ist.
Da der Teig klebrig ist, ist es wichtig, einen Spatel oder eine Teigkarte zu benutzen.
Mit sanften Bewegungen den Teig wieder zusammenfalten, wie auf dem Foto.
Für die Form kannst du Einweg-Papierformen oder klassische Springformen verwenden. Beachte jedoch: in einer Papierform, die schmal und hoch ist, nimmt die Pizza auch diese Form an.
Ich habe eine breite Form gewählt und die Höhe geopfert 😉 Für diese Menge brauchst du eine Papierform für 1,5 kg (oder zwei à 750 g, wenn du den Teig geteilt hast).
Wenn du klassische Formen verwendest, wähle trotzdem hohe Backformen.
Wenn du den Teig halbierst, benötigst du zwei Formen von 22 cm Durchmesser und mindestens 11 cm Höhe oder eine Form von 26–28 cm Durchmesser mit mindestens 8 cm Höhe.
Da der Teig stark gehen wird, das Backpapier so auslegen, dass es ein paar cm übersteht.
So entsteht ein zusätzlicher Rand, der den Teig „einfängt“.
Die Masse vorsichtig in die Form füllen und mit einem Blatt Backpapier abdecken.
Die Form auf die zuvor genutzte, mit Decken belegte Fläche stellen (oder in den ausgeschalteten Ofen mit Licht).
Weitere ca. 4–5 Stunden gehen lassen.
Sobald die Masse fast den Rand der Form erreicht hat, kannst du mit dem Backen beginnen.
Backofen vorheizen auf 160 Grad, Ober-/Unterhitze und auf den Boden des Ofens eine flache Form mit Wasser stellen.
Das sorgt für die richtige Feuchtigkeit, damit die Osterpizza weich und fluffig bleibt.
Wenn die Temperatur erreicht ist, die Form vorsichtig in den Ofen schieben.
Die Osterpizza etwa eine Stunde backen, mit einem Blatt Backpapier abgedeckt.
Ein weiterer Tipp, den man mir verraten hat: das Backpapier so knautschen, dass es die Form wie ein „Hut“ bedeckt.
So bleibt es an der Form haften und die Oberfläche wird nicht zu dunkel.
Die Backzeit variiert je nach Ofen und vor allem je nach verwendeter Form.
In hohen, schmalen Papierformen (wie Panettoneformen) backt die Pizza schneller.
In klassischen flachen Formen dauert es hingegen länger.
Mache daher nach ca. 50 Minuten die Probe.
Die Oberfläche leicht mit den Fingern antippen: ist sie fest, mache die Stäbchenprobe; wenn das Holzstäbchen trocken herauskommt, herausnehmen.
Ist die Oberfläche noch weich, Ofen sofort schließen und weitere ca. 10 Minuten backen.
Nach dem Backen die Osterpizza aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und dann auf einem Gitterrost platzieren.
Dieser Schritt hilft, die Feuchtigkeit entweichen zu lassen und die Unterseite besser trocknen zu lassen.
Ja, es war langwierig, aber ich hoffe, mit meinen Tipps war es nicht schwer, dieses wundervolle Ostergebäck zuzubereiten.
Der Duft ist fantastisch und der Geschmack noch zarter!
Ich hoffe sehr, dass ihr es ausprobiert und dass es euch schmeckt!
Bei Fragen fragt gerne, ich stehe euch zur Verfügung!
Gute Osterpizza an alle!
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Aufbewahrung und Tipps
Aufbewahrung und Tipps
FAQ (Fragen & Antworten)
Wie lange ist dieses Ostergebäck haltbar?
Die teramanische Osterpizza bleibt lange weich und fluffig, wenn sie in einem verschließbaren Behälter oder in einem großen Gefrierbeutel aufbewahrt wird.
Sie kann auch eingefroren werden; in diesem Fall empfehle ich, sie in Scheiben zu schneiden und bereits portioniert in den Gefrierschrank zu legen. So kannst du nur die Menge auftauen, die du brauchst, und Verschwendung vermeiden.Ich mag keine kandierten Früchte, wie kann ich sie ersetzen?
Wenn du kein großer Fan von kandierten Früchten bist, kannst du sie durch Schokotropfen (ca. 70 g) ersetzen; der Ablauf bleibt der gleiche. Normalerweise mache ich bei dieser Osterpizza zwei Varianten: eine mit kandierten Früchten und eine mit Schokolade, um die ganze Familie zufriedenzustellen.
Alternativ kannst du auch nur die Zitronenschale (oder ggf. Orangenschale) zur Aromatisierung verwenden.Kann ich dem Teig Nüsse hinzufügen?
Das empfehle ich nicht: Wenn du dieses traditionelle Gebäck probieren willst, bereite es nach dem Rezept zu. Jede Änderung könnte das Gelingen dieses einfachen, aber heiklen Hefeteigs gefährden. Es wäre schade, das Ergebnis durch Experimente zu verderben. Solche Rezepte brauchen Übung; erst wenn du dich mit dem Teig vertraut gemacht hast, kannst du eventuell Nüsse hinzufügen – meiner Meinung nach passen sie allerdings nicht ideal zu diesem Gebäck.
Kann ich die Menge der Hefe reduzieren?
Die Antwort ist nein, aber natürlich kann jeder in der Küche nach eigenem Ermessen handeln! Warum sollte man die Hefe nicht reduzieren? Die wichtigste und unverwechselbare Eigenschaft dieser Oster-Hefetorte ist die Beschaffenheit: ihr Inneres muss feucht, weich und nicht trocken sein. Wie ein Teramese sagen würde: „sie muss gnessata sein“ ❤.
Um zu prüfen, ob du eine teramanische Osterpizza perfekt gemacht hast, lege sie in die Handfläche – du wirst ihr ganzes Gewicht spüren, das ist ein Zeichen für eine abruzzesische Osterpizza, wie sie unsere Großmütter gemacht haben. Wenn die Torte leicht ist, ist es nicht dasselbe. Die Reduzierung der Hefe ist kein Verbrechen, aber das Ergebnis wird anders sein.
Dies ist ein Familienrezept; ich habe verschiedene Varianten mit auch höheren Hefemengen ausprobiert, daher ist meine Empfehlung ein guter Kompromiss für ein großartiges Ergebnis!

