Die Ladopita ist weit mehr als nur ein einfaches Dessert: Sie ist die Essenz der Insel Lefkada, übersetzt in einfache, aber edle Zutaten. Obwohl der Name täuschen kann, handelt es sich nicht um einen weichen Kuchen, sondern sie gehört zur glorreichen Familie der dichten Sirup-Desserts, technisch sehr ähnlich einem im Ofen gebackenen Mehl-Halva.
Ihre Struktur ist kompakt, reichhaltig und zeichnet sich durch eine tiefe Röstung aus, die ihr ein unverwechselbares Aroma von Haselnuss und Karamell verleiht.
Ladopita oder Vasilopita? Das Paradox von Lefkada
Ein Aspekt, der Reisende oft verwirrt, ist ihre Rolle während der Feiertage.
In Lefkada ist die Ladopita eine Art lokale Vasilopita. Während in anderen Teilen Griechenlands das neue Jahr mit einem briocheartigen Gebäck gefeiert wird und man den Heiligen Basilius mit diesem Ölkuchen, der Vasilopita, ehrt.
Die beiden Zubereitungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Die klassische Vasilopita ist hoch und weich, während die Ladopita ein „substanzvoller“ Kuchen ohne Eier oder Milchprodukte ist, dessen Magie auf der Reaktion zwischen geröstetem Mehl und kochendem Sirup beruht.
Der einzige Berührungspunkt? Das Ritual des Flouri, der versteckten Münze im Teig, die demjenigen, der sie in seinem Stück findet, ein Jahr Glück bringt.
Die Geschichte der Ladopita hat ihre Wurzeln in der Agrarwirtschaft der Insel, wo das extra native Olivenöl die wertvollste und reichlichste Zutat war. Traditionell für Hochzeiten und große Feiern zubereitet, wurde dieser Kuchen wegen seiner unglaublichen Haltbarkeit geschätzt: Die Röstmethode und das Vorhandensein des Sirups wirken als natürliche Konservierungsstoffe, die das Dessert wochenlang perfekt erhalten.
In diesem Rezept zeige ich Ihnen, wie Sie natürliche Mehle wie Reismehl mit spezifischen Verdickungsmitteln wie Xanthan oder Johannisbrotkernmehl ausbalancieren, die entscheidend sind, um die typische Konsistenz der griechischen Halvades in der glutenfreien Version zu reproduzieren. So erhalten wir eine glutenfreie Ladopita, die dem Original in nichts nachsteht: außen knusprig dank Sesam und Mandeln, innen zartschmelzend.
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Günstig
- Vorbereitungszeit: 10 Minuten
- Portionen: 6 Personen
- Kochmethoden: Herd, Ofen, Elektroofen
- Küche: Griechisch
- Saisonalität: Neujahr, Alle Jahreszeiten
Zutaten
- 900 ml Wasser
- 370 g Zucker
- 3 Esslöffel Honig
- nach Bedarf gemahlener Zimt
- 400 ml Olivenöl (oder extra natives Olivenöl)
- 450 g Reismehl
- 1 Esslöffel Xanthan
- nach Bedarf Sesam
- 20 Mandeln
- nach Bedarf Kristallzucker
- nach Bedarf gemahlener Zimt
Werkzeuge
- 1 Backform 22/24 cm
Schritte
Sirup: Koche die Zutaten des Sirups für 10 Minuten und halte ihn warm.
Röstung: Erhitze das Öl in einem großen Topf, füge das Mehl hinzu und rühre ständig bei mittlerer Hitze. Es sollte eine dunkelkaramellene Farbe annehmen.
Mischen: Gieße den Sirup (Vorsicht vor Spritzern!) in das geröstete Mehl und rühre, bis es eine kompakte Masse wird, die sich vom Topf löst.
Backen: Verteile den Teig in der geölten und mit Sesam bestreuten Backform. Glätte ihn gut (Dicke ca. 2,5-3 cm), schneide ihn rautenförmig ein und stecke eine Mandel in jedes Stück.
Ofen: Backe bei 180°C für ca. 40-50 Minuten. Die Ladopita sollte außen dunkel und knusprig sein.Mit Zucker und Zimt dekorieren und vor dem Schneiden ruhen lassen.
Ladopita aus Rhodos
Auf Rhodos ist die Ladopita eine Art flaches Brot oder in Öl gebackene Fladen. Sie ist sehr vielseitig: Sie kann salzig serviert werden, um Souvlaki zu begleiten, oder als süßes Dessert mit Honig, Zimt oder Zucker garniert werden.
FAQ (Häufig gestellte Fragen)
Warum wird gesagt, dass Ladopita und Vasilopita ähnlich sind?
Das Missverständnis entsteht aus der Tatsache, dass sie sich in der sozialen Funktion ähneln, nicht in der Konsistenz oder den Zutaten.
Hier ist der Grund, warum sie oft verwechselt oder verglichen werden:
Die Rolle der „Glückstorte“: Beide sind das Ritualdessert des 1. Januar. Wenn Sie zu Neujahr nach Lefkada reisen, wird die „Vasilopita“, die Ihnen angeboten wird, das Aussehen und den Geschmack einer Ladopita haben. Der Name „Vasilopita“ (San-Basilio-Kuchen) bezeichnet die Funktion des Desserts, nicht das Rezept. Lefkada hat einfach die Ladopita für diese Rolle gewählt.
Die Münze (das Flouri): Das Element, das sie untrennbar miteinander verbindet, ist das Ritual der versteckten Münze. Für einen Griechen wird jedes Dessert, das eine Glücksmünze für das neue Jahr enthält, geistig als „eine Version von Vasilopita“ eingeordnet.
Der Symbolismus: Beide stehen für Überfluss. Die Vasilopita tut dies durch die Fülle an Eiern und Butter (oder die großzügige Hefung), während die Ladopita dies durch den reichlichen Gebrauch von Olivenöl und Honig tut, jahrtausendealte Symbole des Wohlstands im Mittelmeerraum.
Zusammenfassend: Sie sind im Ritual verwandt, aber in der Küche Fremde. Es ist wie der Vergleich von Panettone mit Pandoro: Sie dienen demselben Zweck, aber die Struktur ist völlig unterschiedlich.

