Sizilianische Pizzette

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Weich, luftig und wie aus der Rosticceria, mit diesem Duft, den mansofort beim Betreten einer Bäckerei wahrnimmt.
Das sind die , jene mit weichem Rand und innen reichlich Tomate und Mozzarella, genau wie aus der Bar.
Dies ist das Rezept für den originalen Teig der sizilianischen Rosticceria, derselbe, der seit jeher auch für Cartocciate,Bombette,Torciglioni, Cipolline, Siciliane und viele andere verwendet wird. Ein reichhaltiger, gut hydratisierter Teig, der die Pizzette leicht, aufgegangen und luftig macht, auch nach dem Backen, und der zur sizilianischen Küche und den Großmutter-Rezepten gehört.
Wenn ihr die wahren weichen sizilianischen Pizzette sucht, ist dies das richtige Rezept – es duftet nach Zuhause und Tradition, denn die sizilianische Rosticceria ist ein reiches, einzigartiges und unverwechselbares Geschmacksuniversum, das man nach dem Probieren nicht vergisst. Heute machen wir zusammen die Pizzette wie aus der Bar, superweich und köstlich, anders als die klassischen Pizzette mit Milch und anders als die frittierten Pizzette bzw. Montanare. Wollt ihr das originale Rezept der weichsten sizilianischen Pizzette der Welt ausprobieren? Dann ab in die Küche und Ärmel hoch, aber zuerst ein kleiner persönlicher Erinnerungsteil: Als Kind kaufte meine Mutter mir manchmal welche und ich brachte sie mit in die Schule, doch
ich konnte nie bis zur Pause warten: heimlich begann ich immer, darunter am Tisch Stücke zu naschen, ohne gesehen zu werden. Und was mich lächeln lässt: Jahre später fand ich heraus, dass auch meine Kinder dasselbe taten.
Denn manche Dinge wird man nicht beigebracht… sie werden ganz unbewusst weitergegeben :-).

Dieses Rezept findest du auch in meinem Buch„Sizilien steht auf dem Tisch“.

Schau dir auch diese anderen typischen Rezepte der sizilianischen Rosticceria an

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Ruhezeit: 3 Stunden
  • Vorbereitungszeit: 20 Stunden
  • Kochzeit: 15 Minuten
  • Portionen: 15 Pizzette
  • Kochmethoden: Backofen
  • Küche: Italienisch
  • Saisonalität: Ganzjährig

Zutaten für weiche sizilianische Pizzette, wie aus Bar oder Bäckerei

  • 500 g Weizenmehl Typ 0
  • 500 g fein gemahlener Hartweizengrieß (wenn nicht erhältlich, Typ 0 verwenden)
  • 100 g Schmalz
  • 28 g Salz
  • 50 g Zucker
  • 12 g frische Hefe (oder ein halbes Päckchen Trockenhefe)
  • 680 g Wasser (oder Milch)
  • 800 g geschälte Tomaten (mit Öl, Salz und Zucker abschmecken)
  • 400 g Mozzarella (für Pizza von guter Qualität)
  • 200 g Schinken
  • 15 schwarze Oliven

Werkzeuge

  • Schüsseln
  • Backbleche

Wie macht man sizilianische Pizzette mit Imbiss-Teig?

Nachfolgend findet ihr zwei Verfahren, beide gleichermaßen gültig. Eines sieht vor, von Hand zu kneten, das andere die Nutzung eines Küchenroboters wie Bimby oder einer Küchenmaschine

  • Gebt das Mehl in eine Schüssel, macht eine Mulde und gießt etwas Wasser oder Milch hinein sowie die Hefe, verrührt, damit sie sich auflöst, dann gebt den Zucker hinzu, vermengt alles und gebt zuletzt Salz und Schmalz dazu, während ihr die Flüssigkeiten nach und nach einarbeitet. Zuerst mit einem Löffel in der Schüssel, dann mit der Hand weiterkneten.

  • Knetet ein paar Minuten, deckt den Teig mit einem Tuch ab und lasst ihn zehn Minuten ruhen, dann knetet ihr weiter, bis ein glatter, elastischer und homogener Teig entsteht. Rundwirkt den Teig, legt ihn in eine Schüssel und stellt ihn in den Ofen bei eingeschalteter Lampe zum Gehen, bis sich das Volumen verdoppelt – das kann etwa 3 Stunden dauern, die Zeit ist jedoch nur Richtwert; wartet mindestens auf die Verdopplung.

  • Nach der Ruhezeit stürzt ihr den Teig auf die Arbeitsfläche – er sollte elastisch und stark entwickelt sein – und teilt ihn in Stücke von etwa 120 g. Formt aus jedem Stück eine Kugel und lasst diese erneut bis zur Verdopplung gehen, während ihr die Sauce vorbereitet.

  • Kocht die geschälten Tomaten und zerdrückt sie gut, damit sie zerfallen; lasst sie eindicken, bis eine leichte, reduzierte Sauce entsteht. Würzt sie mit Öl, Salz und einem Teelöffel Zucker. Schneidet die Mozzarella in Würfel und bereitet den Schinken vor.

  • Für weiche Pizzette ist es wichtig, dass der Teig gut aufgegangen ist; nach dem Verdoppeln formt ihr die Pizzette, indem ihr die Kugeln von der Mitte nach außen flach drückt und die Ränder etwas dicker lasst.

    Gebt in die Mitte jeder Pizzette je einen gehäuften Esslöffel Tomatensauce und eine entkernte Olive (ich hatte keine), bestreut leicht mit Oregano und backt bei 200 °C für etwa sechs Minuten. Wenn die Pizzette fast fertig sind, holt sie heraus, legt eine Scheibe Mozzarella und entkernte Oliven darauf und gebt sie zurück in den Ofen; backt, bis der Käse geschmolzen ist und die Pizzette eine schöne goldene Farbe haben. Herausnehmen und heiß servieren. 

  • Auf dem Foto sieht man die Porung eines gut gegangenen Teigs.
     

  • Manchmal, wenn ich nur wenige Pizzette machen muss (nur 500 g Mehl für ca. 10 Pizzette), benutze ich meinen günstigeren Küchenroboter, der dem Bimby ähnlich ist.
    In diesem Fall gebt die Flüssigkeiten ins Mixgefäß, dann die restlichen Zutaten und als Letztes das Mehl. Startet die Teigfunktion – bei meinem Gerät dauert das 90 Sekunden; nach dem Kneten lasst ihr den Teig gehen. Im Sommer kann schon eine halbe Stunde reichen, im Winter dauern die Zeiten länger.

  • Nach der Ruhezeit fettet ihr die Arbeitsfläche ein und stürzt den Teig darauf, gebt ein paar Rundwirke, um Elastizität zu entwickeln.
    Lasst den Teig etwa 15 Minuten ruhen.

  • Teilt nun den Teig in Kugeln und verfahrt dann wie oben beschrieben.

  • Nun bleibt euch nur noch, diese wunderbaren Pizzette zu genießen! Bewahrt übrig gebliebene Pizzette maximal 24 Stunden bei Raumtemperatur auf und wärmt sie vor dem Verzehr auf.

Aufbewahrung, Hinweise und Tipps

Die sizilianischen Pizzette schmecken am besten frisch aus dem Ofen, wenn der Duft die Küche erfüllt und die Mozzarella noch fädig ist, aber sie sind auch am nächsten Tag noch sehr befriedigend.

Falls Reste übrig bleiben, bewahrt sie gut abgedeckt bei Raumtemperatur maximal 24 Stunden auf oder im Kühlschrank bis zu 2 Tage. Vor dem Servieren kurz im Ofen erwärmen: dann werden sie wieder weich und knusprig wie frisch.

Ihr könnt sie auch bereits gebacken einfrieren: lasst sie vollständig auskühlen und verpackt sie dann in Gefrierbeuteln. Bei Bedarf einfach ohne Auftauen direkt im Ofen aufbacken.

Ein kleiner Tipp: Wenn ihr ein noch weicheres Ergebnis wollt, spart beim Belag vor dem Backen etwas und gebt direkt nach dem Herausnehmen einen Schuss rohes Olivenöl darüber… das einfache Detail macht oft den Unterschied.

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Häufig gestellte Fragen

  • Wie bewahre ich die sizilianischen Pizzette auf?

    Ihr könnt sie bei Raumtemperatur für etwa 24 Stunden gut abgedeckt aufbewahren oder im Kühlschrank bis zu 2 Tage. Vor dem Servieren im Ofen erwärmen, damit sie wieder weich und duftend werden.


  • Kann ich die sizilianischen Pizzette einfrieren?

    Ja, ihr könnt sie bereits gebacken einfrieren. Lasst sie vollständig abkühlen und gebt sie dann in Gefrierbeutel. Bei Bedarf direkt im Ofen ohne Auftauen aufbacken.

  • Warum werden Pizzette hart?

    Das passiert oft durch zu langes Backen oder einen zu wenig hydratisierten Teig. Auch das Aufbewahren ohne Abdeckung lässt sie schneller austrocknen.

  • Wie erzielt man weiche und luftige Pizzette?

    Verwendet einen gut hydratisierten Teig, haltet euch an die Gehzeiten und backt sie nicht zu lange.


  • Sind sizilianische Pizzette mit Schmalz gemacht?

    Ja, in der sizilianischen Tradition wird häufig Schmalz im Teig verwendet: genau dieses Fett macht die Pizzette besonders weich, knusprig und geschmackvoll, wie früher. Alternativ kann auch natives Olivenöl verwendet werden, das Ergebnis ist dann aber etwas weniger reichhaltig und etwas weniger luftig.

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ilcaldosaporedelsud

„Der warme Geschmack des Südens“ ist der Blog, wo du die echten Rezepte der traditionellen sizilianischen und italienischen Küche findest. Rezepte für Pasta, Hauptgerichte mit Fleisch und Fisch, Süßes und noch vieles mehr…

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