Die Panada Veneta, im venetischen Dialekt panà genannt, ist ein sehr einfaches erstes Gericht, mit dem viele Kinder in Kriegszeiten und auch sonst aufgewachsen sind. Vor allem in Venetien wird nichts verschwendet: Altes Brot wird beiseitegelegt, um genau dieses Rezept zuzubereiten.
Ein Gericht der Fastenzeit, das heute den ganzen Winter über zubereitet wird. Wenn ihr euch etwas gönnen wollt, probiert das Gericht und gebt es dann kurz in einen heißen Ofen, bis sich eine goldene Kruste bildet – dann habt ihr ein umwerfendes erstes Gericht.
Die Panada Veneta war über Generationen ein echtes Comfort Food, besonders in Kriegs- und Hungerzeiten, als die Mittel knapp waren. Heute wird sie hauptsächlich im Winter zubereitet und spendet an kalten Tagen eine warmes, kräftiges Gefühl. Die Zubereitung ist einfach und schnell – ideal für alle, die ein günstiges, aber leckeres Essen suchen.
Die Variante mit Ei bespreche ich euch am Ende des Artikels bei den Tipps 😉
Unten findet ihr noch weitere venetische Rezepte aus der Tradition, und wie immer geht es nach dem Foto direkt zur Zubereitung der Panada Veneta!!
- Schwierigkeit: Sehr einfach
- Kosten: Sehr preiswert
- Vorbereitungszeit: 5 Minuten
- Kochzeit: 20 Minuten
- Portionen: 4 Personen
- Kochmethoden: Herd
- Küche: Italienische Regionalküche
- Region: Venetien
- Saisonalität: Herbst, Winter
Zutaten für die Panada Veneta
- 600 g altbackenes Brot (ohne Kruste)
- 1 l Rinderbrühe
- 120 g Parmigiano Reggiano DOP (gerieben)
- q.b. extra natives Olivenöl
- 3 Prisen Salz
Utensilien
- 1 Tontopf (rohe Terrakotta)
- 1 Holzlöffel
Zubereitung Panada Veneta Rezept
Um die Panada Veneta zuzubereiten (im Dialekt panà), schneidet das altbackene Brot in dicke Scheiben und entfernt die Kruste.
Legt die Brotscheiben dicht nebeneinander in einen Tontopf oder einen anderen schweren Topf, ohne Lücken zwischen den Scheiben.
Mit lauwarmer Rinderbrühe so übergießen, dass die letzten Scheiben nicht ganz bedeckt sind.
Lasst das Ganze etwa 40 Minuten ruhen.
Nach der Ruhezeit gebt eine Kelle Brühe hinzu und stellt die Panada auf den Herd.Wenn es zu kochen beginnt, oft umrühren, damit nichts am Topfboden kleben bleibt, und insgesamt etwa 30 Minuten garen.
Es gibt auch eine Variante, bei der überhaupt nicht gerührt wird: man schüttelt den Topf, damit nichts am Boden ansetzt, aber ohne zu rühren.
So bleiben die Brotstücke intakt, sehr weich und würzig, aber ganz.
Wenn beim Kochen zuviel Flüssigkeit verdampft und ihr die Panada besonders cremig haben wollt, gebt noch eine Kelle Brühe dazu.
Am Ende mit dem geriebenen Käse bestreuen und nur nachsalzen, falls eure Brühe nicht bereits gesalzen war.
Mit einem großzügigen Schuss extra nativem Olivenöl beträufeln, 5 Minuten ruhen lassen und noch heiß servieren.
Wie bewahre ich die Panada Veneta (Pancotto) auf?
Die Panada Veneta (im trevisanischen Dialekt panà, in venezianischem Dialekt panadea) sollte frisch gegessen werden. Wenn etwas übrig bleibt, könnt ihr sie im Ofen überbacken: Gebt am Ende den geriebenen Käse darüber (ohne umzurühren) und wartet, bis sich eine Kruste bildet.
Varianten
In der Version, die viele als „rustega“ (oder in einigen Gegenden „maridàa“, also „verheiratet“, also angereichert) bezeichnen, wird das Ei verwendet, um die Suppe reichhaltiger, würziger und cremiger zu machen – fast ein vollständiges Gericht.
Es gibt zwei Hauptmethoden, das Ei einzubringen, die sie gehaltvoller machen:
Geschlagenes Ei, am Ende zugegeben (Die klassische „Maridàa“-Methode)
Dies ist die gebräuchlichste Methode, um die Panada oder den Pancotto zu verfeinern:
Zubereitung: Ein oder mehrere Eigelbe (oder ganze Eier, je nach gewünschter Reichhaltigkeit) in einer Schüssel verquirlen. Oft wird noch eine Prise Salz, Pfeffer und ein großzügiger Esslöffel Grana Padano oder Parmigiano Reggiano gerieben hinzugefügt.
Wann dazugeben: Sobald die Panada die gewünschte cremige Konsistenz erreicht hat (nach ausreichend Kochen des Brotes in Brühe/Wasser), und kurz vor dem Servieren, vom Herd nehmen.
Das Hinzugeben: Die Ei-Käse-Mischung über die noch heiße Panada gießen. Sofort kräftig rühren, damit sich das Ei verbindet. Die Resthitze gart das Ei schnell und erzeugt eine samtige Creme, ohne dass es zu einem Omelett wird.
Pochierte Eier oder Spiegeleier (zum Servieren)
Eine andere rustikale Variante, vielleicht weniger gebräuchlich, sieht vor, die Panada eindrucksvoller zu servieren:
Zubereitung: Das Ei wird separat zubereitet – pochiert in der Brühe oder als Spiegelei (in der Pfanne gebraten).
Servieren: Die Panada wird auf den Teller gegeben und das Ei darauf angerichtet. Wenn das Eigelb zerbricht, vermischt es sich mit der Suppe und macht sie reichhaltiger. Manchmal wird diese Version mit Pilzen (z. B. Pfifferlingen) oder anderem Gemüse serviert.
Weitere Rezepte
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Häufige Fragen Panada Veneta oder Panà
Welche Brotsorte soll ich verwenden?
Die echte Panada verlangt altbackenes, trockenes Brot, nicht frisch! Ideal ist Bauernbrot, das ein paar Tage alt ist. Wenn ihr kein altes Brot habt, empfehlen manche, es kurz im Ofen zu trocknen. Prinzip ist: verwendet Brot, das sonst weggeworfen würde.
Wie lange muss es kochen?
Die Kochzeit wird oft unterschätzt! Für eine wirklich cremige und geschmackvolle Panada ist das Geheimnis langsames, langes Köcheln.
Viele traditionelle Rezepte empfehlen, sie langsam für mindestens 1,5 bis sogar 2 Stunden köcheln zu lassen.
Warum? Das Brot soll sich vollständig auflösen und die Stärke freisetzen, damit die Suppe samtig und homogen wird.
Wie mache ich sie reichhaltiger und würziger?Als „armes“ Gericht werden Geschmack und Reichhaltigkeit durch Ergänzungen erzeugt:
Brühe: Gute Fleischbrühe (oder Gemüsebrühe) statt Wasser verwenden.
Fette: Ein leichtes Anbraten (Zwiebel, Knoblauch, Speck oder Lauch je nach Region) oder ein Stück Butter am Ende.
Ei: Wie beschrieben, geschlagenes Ei mit Grana Padano/Parmigiano, das bei ausgeschaltetem Herd eingerührt wird, ist die typische „rustikale“ Aufwertung!
Aromen: Lorbeer, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und natürlich reichlich geriebener Käse vor dem Servieren.

