Babà mit Limoncello

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Typisches Dessert der neapolitanischen Tradition, der Babà, wird normalerweise mit Rum getränkt. Allerdings gefällt nicht jedem – mir eingeschlossen – der sehr intensive Geschmack dieses Hochprozentigen. Ich habe daher beschlossen, eine der duftigeren, aromatischeren und verführerischeren Varianten dieses traditionellen neapolitanischen Desserts auszuprobieren: Babà mit Limoncello. Ideal als Abschluss eines Abendessens, weil es Süßes mit dem „cicchettino“, wie wir es in Ligurien nennen – also dem Verdauungsschnaps – verbindet.

Glaubt es oder nicht: Seit ich diese Variante mit Limoncello probiert habe, ist sie eines meiner Lieblingsdesserts! Sie sind süßer, weicher und zarter als die klassischen, wirklich lecker. Deshalb empfehle ich euch, sie zu probieren – und ich bin sicher, sie werden auch Fans der traditionellen Babà begeistern. Lasst euch nicht von der Länge des Rezepts abschrecken; wahrscheinlich habe ich länger zum Schreiben gebraucht als zur Zubereitung! Befolgt die Schritte Schritt für Schritt – es ist überhaupt nicht kompliziert. Außerdem verrate ich alle Tricks, damit sie euch perfekt gelingen.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Kosten: Mittel
  • Vorbereitungszeit: 2 Stunden 30 Minuten
  • Kochzeit: 25 Minuten
  • Portionen: 12 Babà, je ca. 65 g
  • Küche: Italienisch

Zutaten

  • 300 g Manitoba-Mehl
  • 300 g Eier
  • 100 g Butter
  • 15 g Zucker
  • 12 ml lauwarmes Wasser
  • 6 g frische Hefe
  • 5 g Salz
  • 400 g Zucker
  • 200 ml Limoncello
  • 1 l Wasser
  • 20 g Orangenschale (gerieben)
  • 10 g Zitronenschale (gerieben)

Zubereitung

  • Beginnen wir mit der Vorbereitung der Tränke. Nehmt eine unbehandelte Orange und eine unbehandelte Zitrone, reibt sie und gewinnt 20 g Orangenschale und 10 g Zitronenschale. Nehmt einen schmalen, aber hohen Topf und gebt darin das Wasser zusammen mit dem Zucker und den Orangenschalen und Zitronenschalen. Bringt alles zum Kochen – der Zucker wird sich dabei auflösen. Schaltet die Hitze aus, fügt den Limoncello hinzu, deckt den Topf mit einem Deckel ab und lasst alles ziehen.

  • Jetzt kümmern wir uns um die Zubereitung der Babà. Zuerst den Vorteig (lievitino) vorbereiten: Zuerst die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und eine Prise des im Rezept angegebenen Zuckers hinzufügen. Gebt die aufgelöste Hefe mit 30 g Mehl (aus der im Rezept angegebenen Menge) in eine Schüssel und knetet die Zutaten, bis ein weicher, aber kompakter Teig entsteht. Formt eine Kugel und lasst den Vorteig in einer mit Frischhaltefolie bedeckten Schüssel stehen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (mindestens 30 Minuten).

    Anschließend gebt das restliche Mehl, das kalt aus dem Kühlschrank sein sollte (erster Trick), in die Schüssel der Küchenmaschine (falls ihr keine habt, könnt ihr von Hand kneten) und fügt den zuvor vorbereiteten Vorteig hinzu.

  • In einer anderen Schüssel die ganzen, kalten Eier aus dem Kühlschrank (zweiter Trick) mit einer Gabel aufschlagen, damit Eigelb und Eiweiß gut vermischt sind. Sobald sie gut vermischt sind, gebt die Eier nach und nach zur Mehlmischung, während die Küchenmaschine weiterknetet.

    Wenn die Eier vollständig eingearbeitet sind, fügt den restlichen Zucker und das Salz hinzu und knetet weiter für mindestens 15–20 Minuten. Der Teig ist fertig, wenn er sich leicht von den Seiten der Rührschüssel löst und elastisch ist.

    Während ihr weiterknetet, gebt die weiche Butter stückchenweise dazu und wartet jeweils, bis der Teig die Butter vollständig aufgenommen hat, bevor ihr mehr hinzufügt.

    Der Teig wird dadurch deutlich geschmeidiger und elastischer (das dauert nochmals etwa 15 Minuten). Nun ist der Teig fertig: Formt eine Kugel und lasst ihn, mit Frischhaltefolie bedeckt, bis zur Verdopplung des Volumens ruhen (ca. 2–3 Stunden).

  • Bereitet jetzt die passenden Babà-Förmchen vor (mittlerweile gibt es sie fast überall; ich empfehle Einwegförmchen). Ich habe hohe Förmchen verwendet, ca. 6 cm hoch mit einem Durchmesser von etwa 4–5 cm. Wenn der Teig aufgegangen ist, holt ihn heraus und drückt ihn leicht zusammen, nehmt dann mit den Händen kleine Portionen von jeweils ca. 60–70 g und formt Kugeln, die ihr in die Förmchen legt.

    Lasst die vorbereiteten Babà ein letztes Mal gehen, bis sie schön aufgegangen sind und den Rand der Förmchen erreicht haben. Jetzt könnt ihr sie backen.

    Backt sie im vorgeheizten Umluftofen bei 160 °C für etwa 25 Minuten und stellt sie dafür auf die unterste Schiene (ein weiterer Trick). Sie sollten nicht zu braun werden. Sobald sie gebacken sind, holt sie heraus und lasst sie etwas abkühlen, nehmt sie dann aus den Förmchen und lasst sie auf einem Gitter vollständig auskühlen.

  • Während sie abkühlen, erwärmt die Tränke auf etwa 40 °C und taucht die Babà ein, dabei vorsichtig mit einer Kelle wenden – passt auf, sie könnten zerbrechen.

    Wenn sie gut durchtränkt sind, nehmt sie mit einer Schaumlöffel aus der Tränke und legt sie wieder auf ein Gitter, damit überschüssige Flüssigkeit abtropfen kann.

    Fertig sind eure Babà! Serviert sie pur oder begleitet von geschlagener Sahne oder Vanillecreme.

Anmerkungen

Wenn ihr die Babà nicht direkt verzehrt, bewahrt sie in einem gut verschlossenen Behälter im Kühlschrank auf. Unge tränkter, gebackener Babà hält sich im Kühlschrank bis zu einer Woche oder im Gefrierschrank etwa 1 Monat.

Bereits getränkter Babà bleibt im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter 3–4 Tage haltbar; auch hier könnt ihr ihn einfrieren, dann ist er etwa 1 Monat haltbar.

Wie im Rezept beschrieben ist es für ein perfektes Ergebnis wichtig, dass alle Zutaten kalt sind (Butter, Mehl und Eier).

Die klassische Version der Babà sieht natürlich Rum vor; wenn ihr sie ausprobieren wollt, lest mein Rezept für Babà mit Rum: Babà mit Rum

Autorenbild

atavolacontea

Zu Tisch mit Tea: Gerichte, die jeder hinkriegt – oft mit Zutaten, die man schon zu Hause hat, und ich achte dabei auch auf Präsentation und Optik. Mein Motto? „Wir verwandeln das Gewöhnliche in etwas Außergewöhnliches, denn in der Küche ist nicht alles so schwer, wie es scheint!“

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