GNOCCO FRITTO (Crescentine) Rezept ohne Schmalz

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GNOCCO FRITTO REZEPT OHNE SCHMALZ

Das Gnocco fritto oder Crescentina ist … eine „Droge“ im Sinne, dass man nicht mehr aufhört zu essen, wenn man einmal anfängt.

Für alle, die es nicht kennen: Es ist ein Hefeteig, der in Rauten geschnitten und frittiert wird und in der Emilia als Beilage zu Aufschnitt und Käse serviert wird.

Perfektes Street Food, auch ideal für Stehpartys oder ein Aperitif-Buffet.

Das Originalrezept sieht sowohl für den Teig als auch für das Frittieren Schmalz vor, eine Zutat, die nicht gerade leicht ist und teilweise auch schwer zu bekommen.

Deshalb habe ich eine ebenso gute Variante ohne Schmalz gesucht, die stattdessen Öl verwendet. Wenn du eine Platte mit Aufschnitt und Käse vorbereitest, probiere auch

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Kosten: Sehr günstig
  • Vorbereitungszeit: 20 Minuten
  • Kochzeit: 12 Minuten
  • Portionen: ca. 20 Stück
  • Küche: Italienisch
267,53 Kcal
kalorien pro Portion
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  • Leistung 267,53 (Kcal)
  • Kohlenhydrate 46,05 (g) davon Zucker 1,72 (g)
  • Proteine 7,58 (g)
  • Fett 7,01 (g) davon gesättigt 0,71 (g)davon ungesättigt 5,57 (g)
  • Fasern 1,72 (g)
  • Natrium 584,65 (mg)

Richtwerte für eine Portion von 50 g, die auf der Grundlage der in den Datenbanken CREA* und FoodData Central** verfügbaren Nährwertangaben automatisch verarbeitet wurden. Es handelt sich nicht um Lebensmittel- und/oder Ernährungsempfehlungen.

* CREATES Forschungszentrum für Lebensmittel und Ernährung: https://www.crea.gov.it/alimenti-e-nutrizione https://www.alimentinutrizione.it ** U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, 2019. https://fdc.nal.usda.gov

Zutaten

  • 500 g Weizenmehl (Typ 00)
  • 180 ml Wasser
  • 50 ml Sonnenblumenöl
  • 12 g Salz
  • Zucker (1 Teelöffel)
  • 12 g Frische Hefe
  • nach Belieben Erdnussöl

Utensilien

  • Schüssel

GNOCCO FRITTO – SCHRITT FÜR SCHRITT

  • Zuerst nehmt ihr eine Schüssel und bröselt die frische Hefe hinein. Gebt 20 ml lauwarmes Wasser (aus der angegebenen Gesamtmenge) und die Spitze eines Teelöffels Zucker dazu. Mit einem Löffel umrühren, damit sich die Hefe auflöst. Dann einen Teil des Mehls hinzufügen (zwei Esslöffel genügen) und gut verrühren. Lasst diesen „Vorteig“ etwa 15 Minuten ruhen, bis die Hefe aktiviert ist. Auf der Oberfläche bildet sich dann ein Schäumchen.

  • Anschließend das restliche Mehl und nach und nach das übrige Wasser hinzufügen und mit dem Rühren beginnen. Auch das Öl zugeben und zum Schluss das Salz. Etwa 10 Minuten kräftig kneten. Eine Kugel formen, mit einem Küchentuch abdecken und mindestens 2 Stunden gehen lassen.

  • Sobald der Teig gegangen ist, den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen und mit dem Nudelholz zu einer recht dünnen Platte ausrollen. Mit einem Teigrädchen (auch Pizzaroller geht) in viele Rauten oder Rechtecke schneiden.

  • In der Zwischenzeit reichlich Öl erhitzen und wenn es die richtige Temperatur erreicht hat, die Gnocco fritto-Stücke portionsweise ausbacken. Zur Hälfte der Garzeit wenden (es reichen etwa 3–4 Minuten).
    Die fertigen Gnocco fritto nach und nach auf Küchenpapier legen, um überschüssiges Öl aufzusaugen. Heiß servieren, traditionell mit Aufschnitt und Käse.

AUFBEWAHRUNG

Wie alle frittierten Speisen sollte auch GNOCCO FRITTO sofort nach dem Frittieren und noch warm gegessen werden. Ich rate davon ab, es im Kühlschrank aufzubewahren, da es sonst weich und schlaff wird. Der rohe Teig lässt sich jedoch einfrieren. In diesem Fall zuerst im Kühlschrank auftauen lassen und anschließend ein bis zwei Stunden bei Raumtemperatur akklimatisieren, bevor ihr ihn ausrollt und frittiert.

HINWEISE

Für eine gute Garung muss das Öl sehr heiß, aber nicht kochend sein. Testet die Temperatur, indem ihr ein kleines Stück Teig hineingebt: es sollte zischen und goldbraun werden, aber nicht verbrennen.

TIPPS ZUM SERVIEREN VON GNOCCO FRITTO

Das klassische Paar für Gnocco fritto sind alle Arten von Aufschnitt (Schinken, Coppa, Mortadella, Salami und andere typische Produkte aus der Emilia) und natürlich Käse – vom Parmesan über Squacquerone bis hin zu mehr oder weniger gereiften Tomen, Mozzarella oder was immer euch am besten schmeckt.

URSPRUNG UND GESCHICHTE DES GNOCCO FRITTO

Das Gnocco fritto ist besonders in der Emilia-Romagna verbreitet, obwohl es unter verschiedenen Namen bekannt ist. Die Entstehung dieser Spezialität ist sehr alt und soll bis zur Ankunft der Langobarden in Italien zurückreichen. Die Küche dieses Volkes war reich an tierischen Fetten, insbesondere Schweinefett, aus dem Schmalz gewonnen wurde – eine wichtige Zutat bei der Herstellung des Gnocco fritto. Dadurch konnte man nicht nur das Schweinefett verwerten, sondern das Brot auch gehaltvoller, schmackhafter und besonders energiereich machen.

Das Gnocco fritto verbreitete sich weiter und wurde zu einem Grundnahrungsmittel der emilianischen Küche, eine Spezialität dieser Region.

VARIANTEN VON GNOCCO FRITTO

Zwischen langobardischen Einflüssen und emilianischen Wurzeln hat dieses Rezept seine Heimat in den Provinzen Modena, Reggio Emilia und Bologna gefunden und erhielt sogar die Anerkennung als „traditionelles Agrar- und Lebensmittelprodukt“ (PAT). Achtung: Zwischen den Gebieten gibt es kleine Unterschiede, die sich auch in den verschiedenen Bezeichnungen zeigen. Neugierig, welche Varianten es vom Gnocco fritto gibt?

MODENA UND REGGIO EMILIA – GNOCCO FRITTO

Gnocc frett, al gnocch frètt, ‚l gnoc: Es gibt viele Dialektversionen, um das Gnocco fritto in den Provinzen Modena und Reggio Emilia zu nennen. Laut der Confraternita del Gnocco d’Oro sieht das Originalrezept sehr einfache Zutaten vor: Mehl, Sprudelwasser, Salz und Schmalz. Kein Hefe also: das Aufgehen geschieht dank der Wirkung des mineralischen Sprudelwassers. Außerdem wird traditionell nicht mit Öl frittiert, sondern nur mit Schmalz.

BOLOGNA – CRESCENTINA

In Bologna und Umgebung ist das Gnocco fritto auch als „crescentina fritta“ bekannt. Im Gegensatz zur modenese oder reggiana Version enthält diese Zubereitung Hefe, Olivenöl (extra vergine), lauwarmes Wasser und Vollmilch.

PARMA – TORTA FRITTA

Im gesamten Parmense-Gebiet heißt es „torta fritta“. Warum dieser Name? Offenbar war es dort üblich, das Produkt vor dem Servieren mit Zucker zu bestäuben und als perfekten Abschluss einer Mahlzeit zu essen. Ursprünglich galt es also als eine Art Süßspeise; erst später erkannte man, dass es auch herzhaft mit Aufschnitt und Käse schmeckt. Für die Zubereitung werden Mehl, Öl, Salz, Hefe, Wasser und zum Frittieren traditionell Schmalz verwendet.

FERRARA – PINZINI

In Ferrara werden Gnocco fritto oder frittierte Crescentine „pinzini“ genannt. Ursprünglich war die Form kleiner und rund, mit Gabelzinken eingeritzt; heute findet man sie auch in Rautenschnitten. Der Teig bleibt ein Hefeteig, der entweder im Schmalz oder im Öl frittiert werden kann.

PIACENZA – CHISOLINO

Zum Abschluss unserer Reise durch die Varianten des Gnocco fritto: In der Bassa Piacentina, an der Grenze zwischen dem Parmense und dem Cremonese, heißt diese frittierte Teigspezialität im lokalen Dialekt chisuléₙ, italianisiert zu „chisolini“. Es handelt sich um ein Produkt der „armen Küche“, da es früher als Ersatz für Brot diente, falls in den Vorräten plötzlich kein Brot mehr vorhanden war.

Eine süße Variante wird mit Nutella oder Marmelade zubereitet.

Wenn du Street-Food-Gerichte magst, schau dir auch Finger Food: 20 verschiedene Arten, sie zuzubereiten an

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  • Was ist der Unterschied zwischen Tigella und Gnocco fritto?

    Während die Tigella / crescentina modenese wegen ihrer Einfachheit und Vielseitigkeit geschätzt wird, zeichnet sich das Gnocco fritto durch seine einzigartige Knusprigkeit aus, ideal zum Kombinieren mit Gemüse, Aufschnitt und Käse.

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atavolacontea

Zu Tisch mit Tea: Gerichte, die jeder hinkriegt – oft mit Zutaten, die man schon zu Hause hat, und ich achte dabei auch auf Präsentation und Optik. Mein Motto? „Wir verwandeln das Gewöhnliche in etwas Außergewöhnliches, denn in der Küche ist nicht alles so schwer, wie es scheint!“

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