Nach mehr als neun Jahren Blog, nach zwei Béchamel-Rezepten, beide mit Zubereitung in der Mikrowelle, und nachdem ich die Béchamel in vielen Rezepten erwähnt habe, glaube ich, es ist an der Zeit, das Rezept der klassischen Béchamelsauce aufzuschreiben.
Oder besser gesagt: die klassische Béchamel, so wie ich sie mache, in meiner Küche, mit meinen Händen und meinem Geschirr — ohne den Anspruch, sie traditionell, echt oder original zu nennen.
Eine notwendige Klarstellung, die ich immer dann mache, wenn ich über traditionelle Rezepte schreibe: In unserer Zeit gibt es Leute, die sich das Recht herausnehmen, andere zu beleidigen, nur weil sie es wagen, ein Rezept nach ihrem Geschmack anzupassen. Dabei wäre es doch völlig legitim zu sagen das gefällt mir nicht oder ich mache es anders.
Diese Mischung aus einerseits einer unaufhaltsamen Globalisierung von Rezepten — in der alle Rezepte der Welt nachgekocht werden — und andererseits einem zwanghaften Festhalten an der eigenen „traditionellen“ Version (aber nur an der eigenen, nie an der der anderen) finde ich schwer nachvollziehbar. Früher waren Rezepte einfach Nahrung, Kochen Alltag und keine Bühne zum Streiten.
Kürzlich habe ich Beleidigungen bekommen, weil ich online schrieb, dass mir Carbonara nicht gefällt und ich sie zu Hause so anpasse, dass sie mir zusagt. Ein Fremder fühlte sich berechtigt, mich und meine Landsleute zu beschimpfen. Das hat mich besonders geärgert — als wäre unsere Nation noch in Kleinstaaten aufgeteilt und Rezepte eine Frage der Überlegenheit. Sind wir wirklich so?
Traditionelle Rezepte sind ein Erbe und es gibt Vorschriften, die sie schützen. Aber auch die Küche entwickelt sich weiter. Nichts bleibt starr — außer vielleicht mancher engstirniger Meinung. Vermischungen und Weiterentwicklungen sind natürlich, genauso wie sich Sprache verändert. Wer weiß, vielleicht kochen zukünftig Generationen Dinge, die wir heute ablehnen oder noch gar nicht kennen.
Das mag wie eine Abschweifung von der erwarteten Béchamel-Rezeptur klingen, aber dieser Vergleich zwischen Essen und Sprache hat bei mir eine Erinnerung geweckt.
Früher nannten wir — meine Großmutter, meine Mutter, als ich Kind war, und ich als Kind — die Béchamel manchmal balsamella. Genau so, wie Artusi sie nannte. Habt ihr das auch gemacht? Wann hat man aufgehört, sie balsamella zu nennen? Ich weiß es nicht, vielleicht Ende der 70er. Meine Mutter verwendet den veralteten Begriff kaum noch, und niemand hat uns gesagt, wir müssten ihn ändern; es geschah unbewusst.
Wenn also eines Tages Rezepte unbewusst angepasst werden — was ist daran schlimm? Ist es wirklich ein so großes Problem, zuhause eine Carbonara anders zuzubereiten, wenn es doch wichtigere Probleme in der Welt gibt? Warum all die giftigen Kommentare gegenüber denen, die mal Kakao in die Pastiera geben oder das Ragù etwas kürzer köcheln lassen? Woher kommt diese Gemeinheit und Überheblichkeit?
Jetzt schreibe ich euch mein Béchamel-Rezept. Natürlich nur, wenn ihr es lesen wollt. Ansonsten gibt es im Netz garantiert unzählige andere Varianten 🙆♀️🤗
〰〰〰
- Schwierigkeit: Einfach
- Kosten: Sehr günstig
- Vorbereitungszeit: 5 Minuten
- Kochmethoden: Herd
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Ganzjährig
Zutaten
- 500 g Milch
- 30 g Butter
- 30 g Mehl
- Muskatnuss
- Pfeffer
Utensilien
- Kochtopf
- Kochlöffel
Schritte
Die Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl dazugeben.
Mehl und Butter vermengen und ein paar Minuten unter Rühren mit einem Löffel oder Schneebesen anschwitzen.
Die Milch nach und nach zugeben, dabei ständig rühren.
Weiter rühren, bis die Milch aufkocht.
Die Hitze ein paar Minuten weiterlaufen lassen, je nach Bedürfnis.
Mit einer guten Prise frisch geriebener Muskatnuss und nach Geschmack mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
☝ Das Standardverhältnis, das viele kennen, ist 100 g Mehl und 100 g Butter auf 1 Liter Milch. Oft mache ich die halbe Menge (wie in diesem Rezept) und nehme etwas weniger Butter und Mehl, weil ich eine leichtere, nicht zu dicke Béchamel bevorzuge — sie dickt beim Abkühlen noch nach. Je nach Bedarf (persönlich oder für das Rezept, in dem die Béchamel verwendet wird) kann man die Mengen an Butter und Mehl anpassen, solange das Verhältnis gleich bleibt, also gleiches Gewicht Butter und Mehl.
👉 Die gleiche Menge Butter und Mehl zu verwenden hilft, Klumpen zu vermeiden. Sollten doch Klumpen entstehen, reicht es, die Béchamel mit einem Stabmixer zu pürieren.
Dieses Rezept ergänzt meine Sammlung von Basisrezepten, die viele nützliche Ideen enthält (natürlich nützlich meiner Meinung nach 😜). Klickt hier! oder auf das Bild unten 👇👇
Tipps ohne Salz
Ich koche ohne Zugabe von Salz. 😉 Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, lest den Artikel und tretet meiner Gruppe bei!
Wenn du Salz reduzieren oder weglassen möchtest, denk daran:
▫ Reduziere das Salz schrittweise, der Geschmackssinn muss sich langsam daran gewöhnen.
▫ Nutze Gewürze: Chili, Pfeffer, Curry, Muskat, Zimt, Nelken, Kreuzkümmel…
▫ Nutze Kräuter: Basilikum, Petersilie, Oregano, Thymian, Salbei, Majoran, Rosmarin, Minze…
▫ Verwende Samen: Sesam, Pinienkerne, Mandeln, Walnüsse…
▫ Nutze scharfe Gemüse oder Obst: Knoblauch, Zwiebel, Zitrone, Orange…
▫ Probier mein salzfreies Gemüsegranulat und das Gomasio.
▫ Bevorzuge frische Lebensmittel.
▫ Vermeide Garverfahren, die Geschmack auslaugen (lieber Grillplatte, Papierschutz, Dampf, Mikrowelle).
▫ Stelle die Salzstreuer nicht auf den Tisch!
▫ Gönne dir gelegentlich eine Ausnahme. Das hebt die Stimmung und hilft, dranzubleiben.
Wenn du nicht auf Salz verzichten willst oder kannst:
▫ Du kannst meine Rezepte auch nach deinen gewohnten Salzgewohnheiten würzen.
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