Die Santa-Lucia-Augen sind kleine Süßigkeiten aus der apulischen Tradition: schlicht im Aussehen, aber reich an Geschichte und Symbolik. Sie werden am 13. Dezember, dem Tag der heiligen Schutzpatronin des Sehens, zubereitet und sind ein frommer Brauch, der von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Der Ursprung dieser Kekse liegt in der Volksfrömmigkeit und im Bedürfnis nach Schutz in einer Jahreszeit, die früher mit der längsten Nacht des Jahres zusammenfiel. Vor der gregorianischen Kalenderreform (1582) war der 13. Dezember tatsächlich der kürzeste Tag des Jahres, und das Fest der Heiligen Lucia symbolisierte die Rückkehr des Lichts.
Diese weißen, runden und leuchtenden Süßigkeiten zu backen hatte daher auch einen kultischen Charakter: Licht ins Haus zu bringen und die Augen von Kindern und Angehörigen zu schützen.
Die einfache Form, die an kleine, helle Iriden erinnert, ist nicht zufällig: Sie stellt eine symbolische Gabe an die Heilige dar, um gutes Sehen, innere Klarheit und Schutz vor Krankheit zu erbitten.
Der weiche Teig, zubereitet aus wenigen, grundlegenden Zutaten wie Mehl, Eiern, Zucker und Schmalz, bewahrt den authentischen Geschmack alter Rezepte, als jedes Gebäck noch eine tiefere Bedeutung und einen hohen ideellen Wert hatte.
Nach kurzem Backen, das sie hell und weich lässt, werden die Santa-Lucia-Augen in eine glänzende, weiße Glasur getaucht, die sie charakterisiert und beim ersten Blick unwiderstehlich macht. Jeder Biss offenbart die natürliche Süße apulischer Tradition, begleitet von einem dezenten Zitronen- oder Anisduft, der an Winterfeste und Großmutters Küchen erinnert. Sie eignen sich perfekt zum Teilen, Verschenken oder Genießen in der Familie, um ein Stück Geschichte und volkstümlicher Frömmigkeit auf den Tisch zu bringen.
Heute werden die Santa-Lucia-Augen weiterhin in Familien gebacken und in apulischen Konditoreien verkauft, vor allem zur Zeit der Unbefleckten Empfängnis und des Lucia-Festes.
Das Rezept ist erstaunlich treu zur alten Variante geblieben: ein einfacher Teig, wenige Zutaten und die charakteristische weiße Glasur.
Trotz ihrer Bescheidenheit bergen diese Kekse ein wertvolles kulturelles Erbe aus Glaube, Tradition und kleinen Gesten, die Generationen verbinden.
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- Schwierigkeit: Sehr einfach
- Kosten: Sehr günstig
- Vorbereitungszeit: 15 Minuten
- Portionen: 48 Stück
- Kochmethoden: Backofen
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Santa Lucia, Weihnachten
Zutaten
- 500 g Mehl (Typ 00)
- 100 g Zucker
- 8 g Backpulver
- 1 Prise Salz
- 2 Eier (mittelgroß, Zimmertemperatur)
- 100 g Schmalz (oder 80 g Pflanzenöl)
- abgeriebene Zitronenschale
- 30 g Milch
- 225 g Puderzucker
- 4 Esslöffel Wasser
- 2 Esslöffel Anislikör
Für die Santa-Lucia-Augen benötigen Sie
- 1 Schüssel
- 1 Backblech
- Backpapier
- 1 Schälchen
Zubereitung der Santa-Lucia-Augen
In einer großen Schüssel oder in der Küchenmaschine Mehl mit Zucker, Backpulver und Salz mischen.
Fügen Sie das Schmalz (oder das Öl) und die Eier hinzu und verarbeiten Sie alles, bis das Mehl die Fette aufgenommen hat.
Geben Sie die Zitronenschale hinzu und kneten Sie alles zu einem weichen und gleichmäßigen Teigstück.
Falls nötig, etwas Milch zugeben.Nehmen Sie Stücke vom Teig und formen Sie etwa 10 cm lange Röllchen. Verbinden Sie dann die Enden zu einem ringförmigen Keks.
Setzen Sie die Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech, mit etwas Abstand zueinander.Backen Sie die Santa-Lucia-Augen in einem vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze) bei 180 °C für 12–15 Minuten.
Sie sollen hell bleiben und nicht zu stark bräunen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.Die Glasur vorbereiten
In einer Schüssel Puderzucker mit Wasser oder Zitronensaft und Anislikör verrühren, bis eine dicke, weiße Creme entsteht.
Tauchen Sie die Taralli in die Glasur oder bestreichen Sie sie mit einem Backpinsel.An der Luft trocknen lassen, bis die Glasur matt geworden ist.
Aufbewahrung
Sie sind bis zu 7–10 Tage haltbar, wenn Sie sie bei Zimmertemperatur in einer geschlossenen Dose aufbewahren.
Bei doppelter Glasurschicht halten sie sich sogar noch länger.

