Flacher Pandolce aus Genua

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Rezept für den flachen Genueser Pandolce entnommen aus dem Buch „Cresci“ von Massari. Unter all den Weihnachtsleckereien, neben Panettone, Pandoro, Panforte und vielem mehr, nimmt der flache Genueser Pandolce sicherlich einen Ehrenplatz ein. Im Gegensatz zum hohen Pandolce ist er einfacher zuzubereiten, bietet aber wie jener eine perfekte Verbindung von Geschmack und Aroma.
Ich bin Sizilianerin, das stimmt, aber ich bin verliebt in die Küche — besonders in die italienische Küche. Ich reise gern und lerne die Traditionen und typischen Gerichte der Orte kennen, die ich besuche. Deshalb wollte ich schon lange eines der wichtigsten Weihnachtsdesserts der genuesischen Tradition ausprobieren, das ich einmal bei einem genuesischen Freund probieren durfte. Bei uns gab es zu Weihnachten neben dem Pandolce auch die berühmten Ricciarelli di Siena, eine köstliche Mascarpone-Creme mit Zitrusfrüchten zum Panettone und Pandoro sowie ein leckeres weiches weißes Torrone.
Bei der Zubereitung des flachen Pandolce aus Genua — so traditionell wie das Pesto alla genovese — wollte ich nicht improvisieren, da ich nicht aus Ligurien stamme und weiß, wie sehr wir Italiener an traditionellen Rezepten hängen. Ich habe mich dem Meister Massari anvertraut und das Rezept aus seinem Buch „Cresci“ übernommen, das auch Mandeln vorsieht, um das Gebäck reichhaltiger und prunkvoller zu machen (wie der Meister anmerkt).
Ich hoffe, ich habe diesem Gebäck gerecht werden können — in meinem Zuhause kam es sehr gut an — und wenn ihr mir folgen wollt, erkläre ich euch, wie ich es zubereitet habe. Aber zuerst ein paar Worte zur Herkunft des Pandolce: Man sagt, er entstamme der Zeit, als der Doge Andrea Doria einen Wettbewerb unter den Genueser Konditoren ausrief, um ein Gebäck zu schaffen, das den Reichtum und die Macht der Republik repräsentieren sollte. Das geforderte Gebäck sollte einfach herzustellen, nahrhaft, leicht zu transportieren und lange haltbar sein, damit es den langen Seereisen der Matrosen standhielt: ein opulentes Brot voller Rosinen, Pinienkerne, kandierter Früchte und Fenchelsamen. Laut einigen Historikern geht der Pandolce jedoch auf ein altes persisches Rezept zurück, das ein süßes Brot mit Trockenfrüchten und Honig vorsah, das dem König am Neujahrstag geschenkt wurde. Die genuesischen Seefahrer und Händler hätten dieses Rezept aus ihren Reisen nach Osten mitgebracht und leicht abgewandelt. Die beiden Theorien schließen sich nicht aus und ergänzen sich eher: Wahrscheinlich sind die Ursprünge sehr alt und das Rezept entwickelte sich im Laufe der Zeit, indem es verschiedene Traditionen und neue Zutaten aus dem Fernhandel integrierte.
Heute ist der Genueser Pandolce ein typisches ligurisches Weihnachtsgebäck, wird aber das ganze Jahr über zubereitet — sowohl in der hohen als auch in der flachen Variante. Ab in die Küche: Wir bereiten den Pandolce aus Genua zu. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, könnt ihr meiner Facebook-Seite (hier) und meinem Instagram-Profil (hier) folgen.

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  • Schwierigkeit: Sehr einfach
  • Kosten: Mittel
  • Vorbereitungszeit: 10 Minuten
  • Portionen: Ein Kuchen von ca. 500 g
  • Kochmethoden: Backofen
  • Küche: Italienisch
  • Saisonalität: Herbst, Winter

Zutaten für den Pandolce aus Genua

  • 60 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 45 g Puderzucker
  • 25 g Marsala
  • 25 g Ei
  • 150 g Mehl (Type 00) (oder schwaches Mehl)
  • 1 g Fenchelsamen (gemahlen)
  • 3 g Backpulver
  • 140 g Rosinen
  • 50 g Kandierte Orangenschale (Schale)
  • 20 g Pinienkerne
  • 10 g Milch (nur falls nötig)
  • 100 g Geschälte Mandeln (optional)
  • nach Belieben Ei (zum Bestreichen)
  • nach Belieben Puderzucker (zum Bestreuen)

Zubereitung des Pandolce aus Genua

  • Bereitet alle Zutaten vor, röstet die Pinienkerne in einem kleinen Topf und beginnt mit dem Teig. Gebt Mehl, Zucker, Ei, Fenchelsamen, Marsala, Backpulver und Butter in eine Schüssel, arbeitet alles grob zusammen und gebt die Masse dann auf die Arbeitsfläche.

  • Verarbeitet den Teig nicht zu lange, wie bei einem Mürbteig, und hebt dann die Rosinen, die kandierten Früchte und einen Teil der Mandeln unter.
    Formt mit Hilfe einer Teigkarte (Spatel) und etwas Mehl eine etwas flache Kugel. Bestreicht sie mit Ei, bedeckt die Oberfläche mit den Mandeln und bestreicht auch diese mit dem Eigelb.
    Ritzt die Oberfläche ein und zeichnet das Dreiecksmuster ein.

  • Backen:
    – 18 Minuten bei 200°C für die 100 g-Form;
    – 33 Minuten bei 200°C für die 500 g-Form;
    – 45 Minuten bei 200°C für die 750 g-Form;
    – 55 Minuten bei 200°C für die 1 kg-Form.
    Macht die Stäbchenprobe: Das Stäbchen sollte leicht feucht herauskommen; zu langes Backen macht den Pandolce trocken. Vor dem Servieren nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
    Was die Mandeln auf der Oberfläche angeht, so sagt Meister Massari, dass sie eine Variante sind, die das Gebäck bereichert, aber nicht zum traditionellen Erscheinungsbild gehört. Ich empfehle, sie zu verwenden — sie geben wirklich das gewisse Etwas!

  • Der flache Genueser Pandolce bleibt ungekühlt etwa 15 Tage haltbar, eingewickelt in Frischhaltefolie.

Anmerkungen

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