Frittierte Ricotta-Cassatelle, das sizilianische Rezept für Karneval-Gebäck und vieles mehr. In der sizilianischen Küche sind Cassatelle kein einzelner Kuchen, sondern eine große Familie von Zubereitungen, die Form, Teig und Füllung je nach Gegend ändern. Das reicht von den Minnuzze di Sant’Agata, bekannt auch als Cassatelle di Sant’Agata, über die mit Kakao gefüllten Cassatelle di Agira bis hin zu den weiter verbreiteten im Ofen gebackenen Ricotta-Cassatelle.
Unter all diesen Varianten gelten die frittierten Cassatelle mit Ricotta als eine der beliebtesten und am leichtesten erkennbaren Zubereitungen – ein Symbol der Hausküche und der Festtage und ein Paradebeispiel für Ricotta-Desserts, wie die klassische Cassata oder die Cassatella aus dem Ofen. Jede Ecke der Insel bewahrt ihre eigene Interpretation, überliefert durch einfache Handgriffe und Familienrezepte.
In manchen Regionen heißen ähnlich zubereitete Teigtaschen Raviole mit Ricotta: berühmt sind die aus Catania, sowohl frittiert als auch gebacken, und Varianten mit Teig mit Rotwein, gefüllt mit hausgemachter Ricotta und mosto cotto, dunkel und intensiv im Aroma. Obwohl sie in der Form Cassatelle ähneln, haben Raviole ihre eigene Identität, besonders verwurzelt in der Tradition Ostsiziliens.
Zu den bekannten Varianten gehören auch die Cassatelle di ricotta aus Castellammare del Golfo, typisch für Westsizilien, die frittiert oder gebacken werden können und als eines der Symbol-Desserts der Provinz Trapani gelten.
Genau dieser Tradition folgt das heutige Rezept: frittierte Ricotta-Cassatelle – simpel, aromatisch und tief verwurzelt in der sizilianischen Küche.
Dieses Mosaik an Süßspeisen zeigt die Inselküche gut: wenige Zutaten, alte Handgriffe und unzählige regionale Nuancen. Der Name ändert sich, die Füllung ändert sich, aber der Geist bleibt derselbe: ein hausgemachtes Gebäck für Festtage und gemeinsame Momente.
Bereit, sie zusammen zuzubereiten? Los geht’s in die Küche – aber bevor wir anfangen: Wenn ihr über neue Rezepte informiert bleiben wollt, könnt ihr meiner Facebook-Seite (hier) und meinem Instagram-Profil (hier) folgen.
Schaut euch auch diese typischen sizilianischen Süßigkeiten an:
- Schwierigkeit: Sehr einfach
- Kosten: Sehr günstig
- Ruhezeit: 30 Minuten
- Vorbereitungszeit: 30 Minuten
- Portionen: 30Stücke
- Kochmethoden: Frittieren
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Ganzjährig
Zutaten für frittierte Ricotta-Cassatelle
- 500 g Mehl (Tipo 00)
- 230 ml Weißwein (oder Marsala)
- 80 g natives Olivenöl extra (oder Schmalz)
- 80 g Zucker
- 1 Prise Salz
- nach Belieben Zitronenschale
- 700 g Schafsricotta
- 100 Zucker
- 1 Teelöffel Vanilleextrakt
- 60 g Schokolade (in Flocken oder Schokotropfen)
Werkzeuge für die Zubereitung der frittierten Ricotta-Cassatelle
- Schüsseln
- Frittierpfanne
- Teigrädchen
- Schaumlöffel
Zubereitung der frittierten Ricotta-Cassatelle
Ich habe den Teig mit Olivenöl gemacht, aber wenn ihr der Tradition folgen wollt, verwendet Schmalz. Dann werden sie noch knuspriger und mürber.
Gebt Mehl, Öl, Wein, Zucker und eine Prise Salz in eine große Schüssel. Arbeitet zuerst in der Schüssel und geht dann auf die Arbeitsfläche über,
und knetet weiter, bis ein kompakter, elastischer Teig entsteht. Der Teig wirkt am Anfang zäh, gebt nicht dem Drang nach, mehr Wein oder Öl hinzuzufügen. Formt einen möglichst homogenen Laib, wickelt ihn in Frischhaltefolie und lasst ihn mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen: dieser Schritt ist wichtig, damit sich der Teig beim Ausrollen nicht zusammenzieht.
Gebt die gut gekühlte und gut abgetropfte Schafsricotta in eine Schüssel. Fügt den Zucker hinzu und rührt, bis eine glatte Creme entsteht. Hebt die dunklen Schokotropfen unter und, wenn gewünscht, eine Prise Zimt sowie Vanilleextrakt. Gut vermischen: die Füllung sollte cremig, aber standfest sein.
Holt den Teig zurück und teilt ihn in mehrere Portionen. Rollt jede Portion mit dem Nudelholz dünn aus, aber nicht durchsichtig.
Der Teig muss elastisch und gleichmäßig sein, damit er die Füllung ohne Reißen beim Frittieren aufnimmt.
Setzt kleine Häufchen der Füllung mit genügend Abstand auf den ausgerollten Teig – ihr könnt einen Löffel oder einen Spritzbeutel verwenden. Klappt den Teig über die Füllung und drückt rundherum vorsichtig, um Luft zu entfernen.
Bevor ihr die Teigkante endgültig verschließt, bepinselt die Ränder leicht mit etwas Wasser. Klappt dann die Teigschicht zu und drückt mit den Fingern gut an, damit der Teig fest haftet und keine Luft eingeschlossen bleibt.
Verziert die Ränder mit einem gezackten Teigrädchen, nicht zu nah an der Füllung, und verschließt sie zusätzlich mit der Gabel, so sind die Cassatelle sicher verschlossen und öffnen sich nicht beim Frittieren.
Fertigt alle Cassatelle an und legt sie auf ein Baumwolltuch, so trocknet die Oberfläche ein wenig und sie sind bereit zum Frittieren. Erhitzt reichlich Pflanzenöl in einer tiefen Pfanne. Wenn das Öl heiß genug ist, gebt nur wenige Cassatelle auf einmal hinein und frittiert sie rundherum goldbraun, dabei vorsichtig wenden.
Während des Frittierens werden sie leicht aufgehen und eine schöne goldene Farbe bekommen.
Lasst die Cassatelle auf Küchenpapier abtropfen und wälzt sie sofort im Kristallzucker, solange sie noch warm sind.
Serviert sie lauwarm oder kalt: die Hülle bleibt knusprig und die Füllung weich und aromatisch.
Hinweise zur Aufbewahrung und Tipps
Frittierte Ricotta-Cassatelle schmecken am besten frisch, wenn der Teig knusprig ist und die Füllung weich und aromatisch.
Wenn ihr sie aufbewahren müsst, könnt ihr sie einen Tag bei Raumtemperatur gut abgedeckt lagern – vermeidet feuchte Orte.
Ihr könnt sie auch 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahren; dabei verliert der Teig aber an Knusprigkeit. In diesem Fall lasst sie vor dem Servieren wieder Raumtemperatur erreichen oder erwärmt sie leicht.
Wichtig ist, dass die Ricotta gut trocken ist – am besten schon am Vortag abtropfen lassen, damit die Füllung während des Frittierens keine Feuchtigkeit abgibt.
Verschließt die Ränder der Cassatelle immer sorgfältig und drückt die Luft heraus: das ist das Geheimnis für eine gleichmäßige Frittierung ohne Aufplatzen.
Ihr könnt die Cassatelle vorbereiten und dann erst kurz vor dem Servieren frittieren, so bleibt das Gebäck immer schön knusprig.
Falls das Öl verschmutzt, weil sich eine Cassatella geöffnet hat, siebt es mit einem feinen Sieb.
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FAQ (Fragen und Antworten)
Können die Ricotta-Cassatelle im Voraus zubereitet werden?Ja, ihr könnt sie vorbereiten und ungebacken einige Stunden im Kühlschrank aufbewahren, auf einem Baumwolltuch und mit einem weiteren Baumwolltuch bedeckt. Frittiert sie erst kurz vor dem Servieren.
Kann man die Cassatelle einfrieren?
Ja, ihr könnt sie roh und gut auseinandergelegt einfrieren. Sobald sie gefroren sind, frittiert sie direkt ohne Auftauen, achtet dabei besonders auf die Öltemperatur.
Welche Ricotta eignet sich für frittierte Cassatelle?
Schafsricotta ist traditionell und aromatischer. Alternativ könnt ihr Kuhmilch-Ricotta verwenden, wichtig ist nur, dass sie sehr trocken ist.
Warum platzen die Cassatelle beim Frittieren?Das passiert, wenn die Ränder nicht gut verschlossen sind oder noch Luft im Inneren bleibt. Drückt rund um die Füllung gut an und versiegelt die Ränder mit Teigrädchen oder Gabel.
Kann man sie statt zu frittieren auch im Ofen backen?
Ja, das ist möglich, aber das Ergebnis ist anders. Die frittierte Version ist traditioneller und knuspriger; gebacken werden sie trockener und weniger goldbraun.
Was bedeutet Cassata (und Cassatella)?
Cassata (und die Verkleinerungsform Cassatella) bezeichnet ein Gebäck mit Füllung; der Name kommt wahrscheinlich vom arabischen qasʿat, was „Schüssel“ oder „Behälter“ bedeutet, oder vom lateinischen caseum, also „Käse“, und verweist auf die sizilianischen Süßigkeiten, die traditionell mit Ricotta gefüllt sind.

