Moderner Panettone nach Massari

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Moderner Panettone nach Massari.
Große Hefeteige sind eindeutig meine Leidenschaft, aber bevor man einen anstĂ€ndigen Panettone herausbekommt, verliert man unzĂ€hlige Eier und macht viele Fehler. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, nicht entmutigen – einfach nochmal versuchen. Am Anfang ist es nicht einfach, aber mit der Zeit bekommt man ein GefĂŒhl dafĂŒr und backt Panettoni irgendwann so leicht wie einen RĂŒhrkuchen. Dieses Rezept stammt aus dem Buch von Massari und Zoia „Cresci“. Da die Rezepte im Buch fĂŒr sehr große Mengen ausgelegt sind, habe ich die Mengen fĂŒr den Hausgebrauch angepasst und leicht gerundet – am Ende ist es aber dasselbe Rezept. Ich verspreche euch: wenn ihr Schritt fĂŒr Schritt folgt, gibt es keine Probleme. FĂŒr einen großen Hefeteig braucht man vor allem Zeit, einen gut aktiven Sauerteig und ein sehr starkes Mehl mit W 360 P/L 55. Zeit ist wichtig, weil die GĂ€rung nicht auf Knopfdruck passiert: wenn ihr den zweiten Teig ansetzen mĂŒsst, solltet ihr zu Hause sein, genauso beim Einschieben in den Ofen. Ein Überschreiten der GĂ€rzeiten bedeutet, Arbeit und Zeit zu verschwenden. Der Sauerteig muss kraftvoll und gut gereift sein, also frisch aufgefrischt in den Tagen vor der Herstellung; zum Zeitpunkt der Verwendung sollte er mindestens dreimal hintereinander aufgefrischt worden sein, jeweils alle drei Stunden. Wenn ihr also abends backen wollt, könnt ihr den ersten Auffrischung um 12:00, die zweite um 15:00, die dritte um 18:00 und das Kneten um 21:00 machen. Ich empfehle, den ersten Teig abends anzusetzen, damit er morgens fertig ist und ihr den Panettone am folgenden Abend backen könnt. Beim Mehl solltet ihr ein sehr starkes Mehl verwenden, mit hohem W und P/L – im Handel ist das selten, aber online findet man gute Spezialmehle fĂŒr große Hefeteige zu vernĂŒnftigen Preisen. Zur Teigmenge: ich habe die Berechnung so gemacht, dass etwa 1,2 kg Teig herauskommen, weil der Teig beim Backen etwa 10 % Gewicht verliert und diese Differenz ausgeglichen werden muss; außerdem kann man beim Arbeiten, besonders am Anfang, etwas Teig verlieren – also lieber ein bisschen mehr machen. Noch ein Tipp: Der Panettone kann sofort gegessen werden, besser ist jedoch nach ein paar Tagen, damit die Aromastoffe sich entfalten. Große Hefeteige mit Sauerteig halten sich außerdem bis zu einem Monat, wenn man sie nach dem Backen mindestens zwölf Stunden an der Luft trocknen lĂ€sst und dann in einen Gefrierbeutel verschließt, gern leicht mit hochprozentigem Rum- oder Dessertalkohol besprĂŒht. NatĂŒrlich leidet der Geschmack je lĂ€nger die Frische nachlĂ€sst; ich wĂŒrde nicht lĂ€nger als 15 Tage empfehlen.

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  • Schwierigkeit: Sehr schwierig
  • Kosten: Teuer
  • Vorbereitungszeit: 1 Tag
  • Kochzeit: 55 Minuten
  • Portionen: 1 kg Panettone
  • KĂŒche: Italienisch

Zutaten

  • 70 g Sauerteig (lievito madre) (gut gereift und vor dem Verarbeiten mindestens dreimal hintereinander aufgefrischt)
  • 225 g Mehl Type 00 (W 360 P/L 55)
  • 65 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 85 g Wasser
  • 55 g Eigelb
  • 55 g Mehl Type 00 (W 360 P/L 55)
  • 75 g Eigelb
  • 75 g Zucker
  • 85 g Butter (von bester QualitĂ€t)
  • 40 g Wasser (etwa)
  • 1 bustina Vanillin (oder das Mark einer Vanilleschote)
  • 15 g Honig
  • 6 g Salz
  • 110 g Rosinen
  • 110 g Kandierte Orange (in kleine WĂŒrfel geschnitten)
  • 55 g Kandierter Zitronat (in kleine WĂŒrfel geschnitten)
  • 55 g Mandeln (falls ihr bittere Mandeln habt, etwas davon zugeben)
  • 30 g HaselnĂŒsse
  • 170 g Zucker
  • 6 g Maismehl (z. B. fĂŒr Polenta)
  • 5 g KartoffelstĂ€rke
  • 70 g Eiweiß
  • q.b. Puderzucker
  • q.b. Mandeln (zur Dekoration)
  • q.b. Gehobelte Mandeln (zur Dekoration)

Werkzeuge

  • Planetarische KĂŒchenmaschine
  • SchĂŒssel
  • Backofen

Zubereitung

  • Gibt die weiche Butter, den Zucker, das Wasser bei 20°C und das Mehl in die RĂŒhrschĂŒssel der KĂŒchenmaschine und lasst den Teig so lange laufen, bis er anfĂ€ngt, Spannung aufzubauen (einzuspannen). Dann gebt 1/3 der Eigelbe dazu.

    AllmĂ€hlich verĂ€ndert sich die Konsistenz und der Teig kann auseinanderzureißen scheinen – das ist normal. Macht weiter, nicht aufgeben, erhöht ggf. die Drehzahl und lasst die Maschine arbeiten.

    Mindestens fĂŒnfzehn Minuten werden nötig sein, bevor der Teig bereit ist. Wenn die Masse seidig, elastisch und homogen ist – also richtig eingezogen bzw. eingespannt ist – könnt ihr mit den weiteren Einlagen fortfahren. Gebt dann den Sauerteig dazu, der wie gesagt mindestens dreimal hintereinander aufgefrischt und gut gereift sein muss.

    Sobald der Sauerteig vollstÀndig vom Teig aufgenommen ist, gebt den Rest der Eigelbe dazu und lasst weiterlaufen.

  • Wenn der Teig am Haken kleben bleibt und die SchĂŒssel sauber bleibt und er glĂ€nzend aussieht (aber nicht zu sehr, denn das wĂŒrde bedeuten, dass er ĂŒberarbeitet ist), ist der erste Teig fertig.

    Gebt die Masse auf die ArbeitsflĂ€che ohne zusĂ€tzliches Mehl, nehmt eine Walnuss-große Portion davon beiseite und formt mit Hilfe eines Teigschabers eine runde Kugel (rundwirken).

    Formt auch die beiseitegelegte Teigkugel rund und legt sie in ein Glas – sie dient zur Kontrolle des GĂ€rfortschritts.

  • Lasst die Masse in einer verschlossenen SchĂŒssel ruhen, zusammen mit dem beiseitegelegten StĂŒck, in einer GĂ€rbox bei 26°–28°C fĂŒr mindestens zehn bis zwölf Stunden, bis sie sich etwa verdreifacht hat. Wer keine GĂ€rbox hat, kann den Ofen mit eingeschalteter Lampe nutzen, so erreicht man etwa 26°C.

  • Ich empfehle, die Glasur vorzubereiten, wenn ihr den ersten Teig abschließt. Mahlt alle Zutaten fein und mixt sie zu Pulver, dann gebt die Eiweiße hinzu. Im KĂŒhlschrank aufbewahren bis zur Verwendung (die Glasur hĂ€lt sich mehrere Tage).

  • Wenn ihr den Teig wie empfohlen am Vorabend geschlossen habt, findet ihr ihn am nĂ€chsten Morgen – wenn alles gut gelaufen ist – verdreifacht vor. GĂ€rzeiten sind jedoch keine exakte Wissenschaft; wenn es Verzögerungen gibt, wartet und arbeitet nicht zu frĂŒh weiter. Eine unzureichende GĂ€rung verzögert die nachfolgenden GĂ€rzeiten um das Dreifache der fehlenden Zeit. (Im Glas seht ihr die kleine beiseitegelegte Teigkugel zur Kontrolle).

    Gebt den gegangenen Teig in die KĂŒchenmaschine, fĂŒgt Mehl und Aromen hinzu und lasst alles einziehen – das dauert etwa 18 Minuten, bis der Teig glatt und eingespannt ist.

  • Fahrt mit den ĂŒbrigen Zutaten fort und gebt Zucker und Honig hinzu.

    Gleich danach gebt 1/3 der Eigelbe dazu.

    Die Masse wird sich zuerst wieder aufreißen, nimmt dann aber wieder an Konsistenz zu.

  • Erst wenn der Teig vollstĂ€ndig eingezogen ist (auf keinen Fall frĂŒher) könnt ihr das Salz und den Rest der Eigelbe hinzufĂŒgen und erneut einziehen lassen.

  • Bei perfekter Einbindung, nicht vorher, fĂŒgt den weichen (nicht geschmolzenen) Butteranteil hinzu, wobei ihr etwa 15 g zurĂŒckhaltet. Wartet, bis der Teig wieder perfekt eingespannt ist, und gebt dann nach und nach das Wasser dazu – es dient nur zur Feinabstimmung der Konsistenz, ihr mĂŒsst also nicht zwingend alles verwenden.

  • Wenn der Teig perfekt ist, lĂ€sst sich ein gezogener Teigfaden wie ein Laken ausziehen und bildet fast einen Schleier, ohne zu reißen.

  • Jetzt ist es Zeit, die zuvor zurĂŒckbehaltene geschmolzene Butter, die kandierten Schalen, Zitronat und Rosinen unterzuarbeiten. Die Rosinen wurden zuvor ein paar Stunden eingeweicht und dann ĂŒber Nacht zwischen zwei Lagen KĂŒchenpapier gelegt, damit sie trocknen, ohne zu hart zu werden (also bereitet sie vor, wenn ihr den ersten Teig schließt).

  • Um die Einlagen besser einzuarbeiten, stĂŒrzt den Teig auf die ArbeitsflĂ€che und faltet die RĂ€nder ein paar Mal zur Mitte – verwendet dabei auf keinen Fall zusĂ€tzliches Mehl.

  • Formt den Teig rund (rundwirken) und legt ihn in eine SchĂŒssel. Stellt die SchĂŒssel in den Ofen oder in die GĂ€rbox bei 26°–28°C fĂŒr eine Stunde, damit die GĂ€rung wieder anlĂ€uft.

  • Nach einer Stunde stĂŒrzt ihr den Teig auf die ArbeitsflĂ€che und lasst ihn eine halbe Stunde an der Luft ruhen (die ursprĂŒngliche Anleitung sieht das nicht vor, aber das dient dazu, die OberflĂ€che etwas anzutrocknen und Spannung fĂŒr die finale Rundwirkung zu geben).

  • Teilt den Teig, wirkt die Portionen rund, lasst sie 15 Minuten entspannen und rundwirkt dann noch einmal. Ich habe zwei Panettoni Ă  1/2 kg gemacht.

  • Setzt die Teiglinge in die Papierformen und lasst sie so lange in Ofen oder GĂ€rbox gehen, wie es nötig ist.

  • Nach 6–8 Stunden bei 26°–28°C sollte der Teig soweit aufgegangen sein; wenn der Panettone etwa 1 cm unter dem Rand steht oder knapp darunter, könnt ihr ihn in den vorgeheizten Ofen schieben – Heiztemperatur 170°C. Jetzt könnt ihr entscheiden, ob ihr glasieren wollt oder nicht.

  • Wenn ihr glasieren wollt: FĂŒllt die Amaretto-Glasur in einen Spritzbeutel mit schmaler TĂŒlle, verteilt sie auf dem Panettone, setzt ganze Mandeln, gehobelte Mandeln und Puderzucker auf.

  • Wenn ihr nicht glasieren wollt: Macht mit einer Rasierklinge oder einem scharfen Cutter einen Kreuzschnitt, schabt die OberflĂ€che leicht auf, setzt kleine ButterstĂŒckchen ein und verschließt die Einschnitte wieder.

  • Schiebt die Formen in den Ofen auf die zweitunterste Schiene.
    Teiglinge von 1 kg sind nach etwa 55 Minuten bei 170°C fertig,
    500-g-Teiglinge nach etwa 33 Minuten bei gleicher Temperatur. Maßgeblich ist die Kerntemperatur: sie darf 96°C nicht ĂŒberschreiten. Besorgt euch ein Bratenthermometer mit Sonde, um das zu kontrollieren. Sobald die Panettoni aus dem Ofen kommen, sticht sie mit Metallnadeln — notfalls auch Stricknadeln — ein und stĂŒrzt sie sofort. Haltet sie mindestens zwei Stunden in dieser Position.

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ilcaldosaporedelsud

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