Mondkuchen oder Mondtorten. Die Mondtorte oder mooncaka ist ein ursprünglich chinesisches Gebäck, das traditionell zum Mittherbstfest und bei anderen großen Festtagen im Kalender gegessen wird, zum Beispiel beim Mond-Neujahr, das in diesem Jahr auf Mittwoch, den 29. Januar 2025 fällt. Vor einiger Zeit, wie ihr euch vielleicht erinnert, habe ich euch gezeigt, wie man Anko, die berühmte rote Bohnenpaste herstellt — dieselbe, die wir verwendet haben, um die Mochi mit roten Bohnen (japanisch) oder die Dorayaki mit roten Bohnen zu füllen — und ich habe angedeutet, dass wir sie für weitere Rezepte brauchen würden. Hier ist eins davon: Mondkuchen gefüllt mit Bohnenpaste. Ich will ehrlich sein: Ich habe die Form nur aus Neugier vor einigen Monaten gekauft, ohne sie zu benutzen, und sie ist eigentlich nicht die originaltypische Form, die normalerweise chinesische Glückszeichen eingraviert hat. Aber das ist nicht schlimm — die Rezeptur der Mondkuchen hat mich schon lange gereizt, und um zu vermeiden, sie außerhalb der Saison zuzubereiten, habe ich mich jetzt, zum chinesischen Neujahr, daran versucht mit der Form, die ich bereits hatte: Schmeckt gleich! 😉
Ich gebe zu, ich habe viel recherchiert, bevor ich mich an die Herstellung der Mondkuchen gewagt habe, denn es gibt unendlich viele Varianten, vor allem beim Füllen. Ich habe mich für eine der einfacheren und für uns zugänglicheren Versionen entschieden, weil wir keine östliche Backkultur haben und ich noch nicht sicher bin im Umgang mit Zutaten wie gesalzenen Eigelben oder mariniertem süßem Eigelb, die typisch für kantonesische Mondkuchen sind, die traditionsreich und sehr bekannt sind. Wisst, dass es in der chinesischen bzw. östlichen Kultur fast als unhöflich gilt, einen ganzen Mooncake alleine zu essen: Man schneidet ihn in Stücke und teilt ihn. Außerdem haben Mooncakes neben religiöser und folkloristischer Bedeutung in China eine soziale Symbolik: Sie stehen für Geselligkeit, Familientreffen und Glück. Nicht zu vergessen: Ich habe zwei oder drei ganz alleine gegessen — sie sind fantastisch! Kommen wir jetzt in die Küche, ich erkläre euch Schritt für Schritt, wie man Mooncakes bzw. Mondkuchen macht. Achtung: Bei den Zutaten werdet ihr Begriffe finden, die euch fremd sind — keine Sorge, am Anfang der Rezeptbeschreibung erkläre ich, wie man sie ersetzt oder wie man sie selbst zubereitet. Also los, krempelt die Ärmel hoch — und falls ihr über meine Rezepte auf dem Laufenden bleiben wollt, folgt meiner Facebook-Seite (hier) und meinem Instagram-Profil (hier).
Sieh dir auch diese typischen orientalischen Rezepte an:
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Günstig
- Ruhezeit: 1 Stunde
- Vorbereitungszeit: 1 Stunde
- Portionen: 40
- Kochmethoden: Herd
- Küche: International
- Saisonalität: Herbst, Winter
Zutaten für Mondkuchen oder Mondtorten
- 600 g Bohnenpaste (aus roten Bohnen – siehe Link für die Zubereitung)
- 450 g Weizenmehl (Type 0)
- 140 g Honig
- 100 g Zucker (invertiert oder Golden Syrup, ersetzbar durch Ahornsirup)
- 110 g Erdnussöl
- 2 EL Laugenwasser (für Lebensmittel – siehe unten, wie man es zu Hause herstellt)
- 1/4 TL Backpulver (Backpulver ohne Aromen)
- 1/4 TL Salz (eine Prise)
- 1 Eigelb
- 3 EL Wasser
Werkzeuge
- Schüssel
- Formen für Mondkuchen
- Backofen
- Backbleche
- Backpinsel
Schritte zur Herstellung der Mooncakes
Wie man Laugenwasser (Kansui) für Mooncakes herstellt
Wie ihr bei den Zutaten gelesen habt, braucht ihr für die Mondkuchen Laugenwasser, eine alkalische Flüssigkeit, die den Mooncakes ihre typische Farbe und ihren ursprünglichen Geschmack verleiht. Ihr könnt Laugenwasser in ethnischen Lebensmittelgeschäften oder online kaufen oder zu Hause aus regulärem Natron (Backsoda) herstellen. Zuerst müsst ihr das Natron in KANSUI umwandeln, eine stark alkalische Substanz, hauptsächlich bestehend aus Natriumcarbonat (und etwas Kalium), die in der ostasiatischen Küche verwendet wird, um den Säuregrad bei der Herstellung bestimmter Lebensmittel wie Ramen oder Mondkuchen zu regulieren. Die Umwandlung von Natron (Natriumbikarbonat) in Natriumcarbonat ist einfach: Verstreut das Natron dünn auf einem Backblech und backt es bei 200°C für 30 Minuten, dabei gelegentlich wenden, damit die „Reaktion“ gleichmäßig verläuft. Bei hohen Temperaturen zerfällt das Natron, gibt Wasserdampf und Kohlendioxid ab und zurück bleibt Soda, also Natriumcarbonat. (SEID VORSICHTIG IM UMGANG MIT DEM PRODUKT, DENN ES HANDELT SICH UM EINE ALCALISCHE SUBSTANZ, DIE AM BESTEN MIT HANDSCHUHEN BEANSPRUCHT WIRD). Wenn ihr dann 1 Teil Natriumcarbonat (Kansui) mit 4 Teilen Wasser vermischt, erhaltet ihr das Laugenwasser, und ihr braucht nur sehr wenig davon für unsere Mondkuchen, also keine Sorge beim Gebrauch. Nach dem Backen wird die alkalische Wirkung neutralisiert.
Gebt Honig, den invertierten Zucker (auch Golden Syrup genannt, weil er einen Teil Melasse enthält — ersetzbar durch Ahornsirup), das Laugenwasser (hergestellt aus 1 Teil Natriumcarbonat – Kansui – und 4 Teilen Wasser) und Erdnussöl in eine Schüssel, verrührt alles und gebt dann Mehl, Salz und Backpulver dazu.
Bearbeitet den Teig mit einem Spatel und sobald er zusammenhält, wickelt ihn in Frischhaltefolie und lasst ihn 1 Stunde im Kühlschrank ruhen. Der Teig wird weich, aber formbar sein, ganz anders als ein klassischer Mürbeteig. Nach der Ruhezeit teilt ihr den Teig in Kugeln à 35–40 g, je nach Größe eurer Formen.
Mit etwas Stärke rollt ihr die Kugeln zu Scheiben flach, legt auf jede Scheibe eine Kugel Bohnenpaste (Anko — die Paste muss kalt sein und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank geruht haben) und umschließt die Paste gleichmäßig mit dem Teig.
Bestäubt jeden Mooncake leicht mit Stärke
und presst ihn mit der Form, sodass das Muster eingeprägt wird.
So verfahrt ihr, bis alle Mondkuchen geformt sind. Schiebt sie dann in einen vorgeheizten, statischen Ofen bei 170°C für 10 Minuten, damit das Muster antrocknet. Nehmt sie heraus, lasst sie etwas abkühlen und bestreicht sie mit verquirltem Ei, gemischt mit 3 EL Milch. Macht das nicht, wenn sie noch heiß sind, sonst verläuft das Muster. Backt sie anschließend nochmals 10–15 Minuten oder bis sie eine schön bernsteinfarbene, glänzende Oberfläche haben.
Nachdem die Backzeit abgeschlossen ist, lasst die Mooncakes vollständig auf einem Gitter abkühlen. Wenn ihr könnt, wartet vor dem Probieren noch etwas: Die Kuchen sollten in einem luftdichten Behälter 2–3 Tage ruhen, bevor man sie verzehrt. Durch das Ruhen bekommt die Außenschicht des Teigs die richtige Textur: Sie verliert die zähe, gummiartige Konsistenz, wird weich und schmilzt förmlich mit der Füllung zu einer Einheit.
Aufbewahrung und Hinweise
Nach einer Ruhezeit von zwei bis drei Tagen können wir unsere Mooncakes genießen oder sie bis zu 2 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.
Wenn du über meine Rezepte auf dem Laufenden bleiben willst, folge mir auf:
Pinterest, YouTube, Twitter und TikTok.
Das Laugenwasser riecht etwas ungewöhnlich — keine Sorge, das ist normal; der Duft bleibt leicht an den Kuchen haften, dort aber angenehm.

