Mucatoli oder Nucatoli – die sizilianischen Festkekse, typische Süßigkeiten der Tradition und der sizilianischen Küche. Nucatoli sind gefüllte Süßigkeiten mit Honig und Trockenfrüchten, meist umhüllt von einem wenig süßen Mürbteig aus Schmalz und gehören zur selben Familie wie die Buccellati mit getrockneten Feigen oder die Kekse aus eingedicktem Most, genannt „Mmugghiati“.
Das auffälligste Merkmal der Nucatoli ist ihre S-Form: Sie sind an der Vorderseite offen, sodass man die Füllung sehen kann, und sie werden mit einer glänzenden weißen Glasur verziert. Die Füllung der Nucatoli variiert je nach Region und kann auf getrockneten Feigen, Honig, eingedicktem Most, Walnüssen oder Mandeln, Haselnüssen oder kandierten Orangenschalen basieren.
Diese Süßigkeiten gehören vor allem zur weihnachtlichen Tradition und zum Allerheiligenfest im Südosten Siziliens; sie werden in Modica und Ragusa hergestellt, aber der Name wird in Sizilien auch für andere Gebäcke verwendet. In Acireale zum Beispiel nennt man als Nucatoli die bekannten Rame di Napoli.
Die Nucatoli werden auch Nucattoli, Nacatuli, Nucatili, Nucatali, Nacatula, Nucatuli oder Nucatili genannt; in Ragusa sind sie hauptsächlich mit Mandeln und Honig gefüllt. Nucatoli sind zudem in den Provinzen Syrakus, Agrigent, Caltanissetta, Enna und Trapani verbreitet – und wie bei jedem traditionellen Rezept hat jede Familie ihre eigene, einzigartige Version, die über Generationen weitergegeben wurde. Man sollte auch erwähnen, dass der Grundteig in manchen Gegenden mit dem typischen Mürbteig der sizilianischen Zopfplätzchen gemacht wird, in anderen mit Sauerteig – es gibt also keine einzige „originale“ Version der Nucatoli. Nun aber ab in die Küche: Wir entdecken das Rezept für die Nucatoli von der Großmutter meiner Freundin Chiara. Und wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, könnt ihr meiner Facebook-Seite (hier) und meinem Instagram-Profil (hier) folgen.
- Schwierigkeit: Einfach
- Kosten: Mittel
- Ruhezeit: 3 Stunden
- Vorbereitungszeit: 2 Stunden
- Kochmethoden: Backofen
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Herbst, Winter
Zutaten für Nucatoli – sizilianische Festkekse
- 500 g Weizenmehl (Typ 00)
- 3 Eier (mittelgroß)
- 100 ml Milch
- 100 g Schmalz
- nach Belieben Zitronenschale
- 65 g Kristallzucker
- 1 l Honig
- 400 g getrocknete Feigen
- nach Belieben Zitronenschale
- 10 Nelken
- 1 TL Zimtpulver
- 200 g kandierte Orangenschalen
- 130 g Mandeln
- 1/2 TL Kardamom
- 100 g Walnüsse
- 100 g Haselnüsse
- 150 g Weizenmehl (Typ 00)
- 300 g Puderzucker
- nach Belieben Zitronensaft
Utensilien
- Backblech
- Backofen
- Nudelholz
- Schüssel
- Mixer
- Spritzbeutel einweg
- Backpapier
Zubereitung
Im Rezept findet ihr Schritt-für-Schritt-Fotos, entnommen aus einem Vintage-Style-Video, das ich vor einiger Zeit gedreht habe. Ich empfehle, die gesamte Trockenfrucht und die Feigen im Mixer zu zerkleinern, statt sie mit dem Messer zu hacken, wie auf den Fotos zu sehen – ich habe es zwar so gemacht wie auf den Bildern, aber püriert wird das Ergebnis feiner.
Gebt die Trockenfrüchte auf ein Backblech und röstet sie im vorgeheizten Ofen bei 180°C für ein paar Minuten, nur bis sie leicht goldbraun werden. Falls die Haselnüsse bereits geröstet sind, könnt ihr diesen Schritt überspringen. Lasst die Trockenfrüchte abkühlen und zerkleinert sie sehr fein, am besten im Mixer. Bringt in einem Topf Wasser zum Kochen, gebt ein Stück Bio-Zitronenschale und 10 Nelken dazu und blanchiert die Feigen 10 Minuten lang – sie sollen nur etwas rehydriert werden.
Lasst die Feigen mit der Schale abtropfen und zerkleinert oder püriert sie. Verfahrt genauso mit den kandierten Orangenschalen.
Gebt den Honig in einen Topf und fügt die zerkleinerten Trockenfrüchte, die Feigen und die kandierten Früchte hinzu.
Gebt Zimt und Kardamom hinzu, rührt um und stellt den Topf auf die Herdplatte, nur bis knapp unter den Siedepunkt.
Die Masse wird anfangs sehr flüssig sein. Gebt das Mehl nach und nach dazu, rührt gut um und stellt den Topf wieder auf die Herdplatte. Die Masse dickt etwas an, bleibt aber weich. Nehmt sie vom Herd, gebt sie in eine Schüssel und lasst sie mehrere Stunden abkühlen, dabei gelegentlich umrühren.
Bereitet den Teig für die Kekse vor. Gebt Mehl und Schmalz in eine Schüssel, verarbeitet beides, bis sich kleine Krümel bilden, macht eine Mulde in die Mitte und gebt die Eier und den Zucker hinein.
Verrührt die Eier mit dem Zucker, bis sich der Zucker aufgelöst hat, und gebt die Zitronenschale dazu.
Knetet alles zu einem homogenen Teig. Lasst ihn 20 Minuten im Kühlschrank ruhen, abgedeckt mit Folie oder einem Tuch, und fangt dann an, die Kekse zu formen. Mit leicht eingeölten Händen rollt ihr Stränge aus der Füllung (Honig-Feigen-Masse), etwa 1 cm dick.
Nehmt den Teig aus dem Kühlschrank und rollt ihn auf einer bemehlten Fläche etwa 2–3 mm dünn aus. Mit einem gezahnten Teigrad schneidet ihr Streifen von 3–3,5 cm Breite, legt die Füllung auf den Teig und rollt so, dass nur die Seiten bedeckt sind und die Oberseite offen bleibt. Legt die Kekse auf Backpapier und backt sie im vorgeheizten Ofen bei 180°C für circa 20 Minuten oder bis sie ganz leicht golden sind.
Nehmt die Kekse aus dem Ofen. Verrührt den Puderzucker mit Zitronensaft, tropftweise zugeben, bis die Glasur nicht zu flüssig ist. Mit einem Einweg-Spritzbeutel oder einer Dekorationsstift lasst ihr die Glasur über die Nucatoli laufen; ist sie nicht zu flüssig, haftet sie und härtet in etwa 30 Minuten aus.
Die Nucatoli sind bereit, eure Festtage zu bereichern. Wartet ein paar Tage, bevor ihr sie esst – dann sind sie besonders gut!
Aufbewahrung und Tipps
Die Nucatoli kann man sofort genießen, aber sie werden nach ein paar Tagen besonders köstlich. Bewahrt sie bei Raumtemperatur, abgedeckt mit einem Baumwolltuch, für mehrere Tage auf.
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