Die Torta Pasqualina – das Rezept der Großmutter. Die traditionelle Torta Pasqualina ist eine der herzhaften Torten, die die italienische Ostern-Tradition am stärksten repräsentieren, vergleichbar mit dem neapolitanischen Casatiello. Ursprünglich aus der ligurischen Tradition, ist sie ebenso klassisch wie das Pesto alla Genovese und eine sehr alte Zubereitung aus sehr dünnen Teigblättern (pasta matta mit Wasser). Die Füllung bestand früher aus wildem Mangold oder Spinat, Ricotta und ganzen Eiern, die als Symbole für Wiedergeburt und Fülle gelten.
Der Tradition nach hat die Torta Pasqualina 33 Teigschichten, eine Zahl, die an die Lebensjahre Christi erinnert. Heute wird diese Anzahl in der Hausküche oft verringert, wobei der symbolische und rituelle Wert des Rezepts erhalten bleibt. Die Torta bereichert das Oster-Menü nicht nur in Ligurien, sondern in ganz Italien und darüber hinaus, zusammen mit vielen traditionellen Ostersüßspeisen. Ursprünglich wurde die Füllung mit frühlingshaften Wildkräutern aus den Feldern nach dem Winter zubereitet – Zeugnis einer einfachen, saisonal geprägten Küche.
Das Vorhandensein ganzer Eier im Inneren ist nicht zufällig: Sie stehen für Ostern und das wiedererwachte Leben und machen jedes Stück zu einer kleinen Überraschung. Eier sind das klassische Ostersymbol und ich bereite sie zu Ostern auf viele Arten gern zu, von gefärbten Eiern über Eier in Teigkruste mit Kartoffeln bis hin zu Eiern mit Spinat.
Die Torta Pasqualina gehört zu einer großen Familie regionaler Oster-Pasteten wie der Pizza Chiena aus Kampanien oder anderen rustikalen Zubereitungen aus ganz Italien – jede mit eigener regionaler Identität, aber alle mit dem gleichen Festgeist… Ab in die Küche! Bevor ihr aber den Teig anfasst: Wenn ihr über neue Rezepte informiert bleiben wollt, könnt ihr meine Facebook-Seite (hier) und mein Instagram-Profil (hier) folgen.
Schaut euch auch diese Oster-Rezepte an:
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Günstig
- Ruhezeit: 30 Minuten
- Vorbereitungszeit: 40 Minuten
- Portionen: 10
- Kochmethoden: Backofen
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Frühling, Ostern
Zutaten für die traditionelle Torta Pasqualina
- 600 g Mehl
- 350 g Wasser (oder Weißwein, wenn ihr einen intensiveren Geschmack bevorzugt)
- 50 g Sonnenblumenöl (oder natives Olivenöl extra)
- 10 g Salz
- 700 g Spinat (oder wilder Mangold bzw. Frühlingskräuter – bereits gesäubert)
- 1 Zwiebel (weiß oder goldgelb)
- nach Bedarf natives Olivenöl extra
- nach Bedarf Salz
- 60 g geriebener Parmigiano (oder Grana)
- 1 Prise Majoran
- 1 Prise Schwarzer Pfeffer
- 600 g milde Kuhmilch-Ricotta
- nach Bedarf Salz
- 1 Prise Schwarzer Pfeffer
- 2 Eier
- nach Bedarf Muskatnuss
- 7 Eier
Utensilien
- Backform 26 cm
- Schüsseln
- Pfanne
- Nudelholz
- Ofen
- Sieb
Schritte zur Zubereitung der Torta Pasqualina
Ihr könnt die Torta Pasqualina mit dem Teig zubereiten, den ich verwendet habe, mit hausgemachtem Blätterteig oder mit Mürbeteig (pasta brisée) machen – das Ergebnis wird mehr oder weniger rustikal, aber in jedem Fall köstlich.
Gebt das Mehl in eine große Schüssel, fügt das Salz, das native Olivenöl extra und nach und nach das Wasser hinzu.
Beginnt zu mischen und knetet dann den Teig von Hand, bis ihr eine weiche, glatte und elastische Masse erhaltet.
Gebt den Teig auf die Arbeitsfläche, knetet ihn ein paar Minuten weiter, lasst ihn 5 Minuten ruhen und formt dann zwei längliche Stücke.
Schneidet den Teig in kleine Stücke zu je ca. 50 g, bis auf eines, das etwa 100 g wiegen sollte. Formt Kugeln und bedeckt sie mit Frischhaltefolie. Ihr solltet etwa 14–15 Stück erhalten.
Lasst sie mindestens 30 Minuten ruhen: dieser Schritt ist entscheidend, damit ihr sehr dünne Teigblätter ausrollen könnt. Bearbeitet die Ricotta, die sehr, sehr gut abgetropft sein muss, mit Eiern, Salz, Pfeffer, Käse und Muskat und legt sie beiseite.
In einer Pfanne lasst ihr die in Scheiben geschnittene Zwiebel mit etwas Öl andünsten.
Gebt den Spinat (oder Mangold bzw. Frühlingskräuter) hinzu und lasst ihn köcheln, bis er vollständig zusammengefallen ist.
Gebt ihn in ein Sieb und drückt ihn sehr gut aus, um überschüssiges Wasser zu entfernen.
Hackt ihn fein mit einem Messer oder schneidet ihn mit einer Küchenschere klein.
Sammelt den Spinat in einer Schüssel und arbeitet ihn mit Eiern, Käse und Gewürzen zu einer cremigen Mischung.
Nehmt eine Teigkugel von ca. 100 g und rollt sie mit dem Nudelholz sehr dünn aus.
Fettet die Backform leicht mit nativem Olivenöl extra ein und legt die erste Teiglage hinein, so dass sie über den Rand hängt. Gebt einen Spritzer Öl auf die Oberfläche und bestreicht sie gleichmäßig.
Fahrt mit einer kleineren Kugel fort, rollt die Teiglage in der Mitte der Form aus und schichtet so insgesamt 10 Lagen, wobei ihr jede Lage leicht mit Öl bestreicht, bevor ihr die nächste auflegt. Es ist nicht einfach, aber mit etwas Geduld gelingt es.
Gebt die Spinat‑Ricotta‑Füllung in die Form und richtet sie gut aus, dann gebt die Ricotta‑Masse darüber.
Formt mit dem Rücken eines Löffels Mulden und schlagt jeweils ein ganzes Ei hinein, mit genügend Abstand zueinander.
Deckt die Torta mit den oberen 5 Teiglagen ab, bestreicht jede Lage einzeln mit Öl. Schlagt die Ränder nach innen und verschließt die Torte gut. Bestreicht die Oberfläche mit Öl und
backt sie im vorgeheizten Heiß- oder Ober-/Unterofen bei 180°C für etwa 45 Minuten, bis die Oberfläche goldbraun ist. Nehmt die Torte aus dem Ofen und lasst sie lauwarm oder vollständig abkühlen, bevor ihr sie anschneidet: die Füllung setzt sich, und die Stücke lassen sich sauber schneiden.
Aufbewahrung, Hinweise und Tipps
Die Torta Pasqualina hält sich im Kühlschrank 2–3 Tage, gut abgedeckt mit Frischhaltefolie oder in einem luftdichten Behälter.
Vor dem Servieren empfiehlt es sich, sie auf Raumtemperatur zu bringen oder leicht zu erwärmen.
Die Torte gewinnt an Geschmack: am nächsten Tag sind die Aromen harmonischer und die Füllung fester.
Für ein besseres Ergebnis:
– Verwendet gut abgetropfte Ricotta, um eine wässrige Füllung zu vermeiden
– Drückt Spinat oder Mangold sehr gut aus
Die Torta Pasqualina lässt sich auch im Voraus zubereiten und ist daher ideal für Feiertage.
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FAQ (Fragen & Antworten)
Wie viele Teigschichten hat die traditionelle Torta Pasqualina?Der Überlieferung nach soll die Torta 33 Schichten haben, eine symbolische Zahl, die an die Lebensjahre Christi erinnert. In der Hausküche wird die Anzahl aus praktischen Gründen oft reduziert.
Kann ich Spinat statt Mangold verwenden?
Ja, heutzutage ist Spinat eine der geläufigsten Alternativen zu Mangold und eignet sich hervorragend für die Füllung der Torta Pasqualina.
Warum werden ganze Eier in die Torta Pasqualina gelegt?
Die ganzen Eier symbolisieren Wiedergeburt und Ostern. Beim Backen gerinnen sie und erzeugen die typischen „Überraschungen“ im Inneren der Torte.
Kann ich die Torta Pasqualina im Voraus zubereiten?
Ja, die Torta Pasqualina kann auch am Vortag zubereitet werden. Nach dem Ruhen sind die Aromen ausgewogener und die Füllung fester.
Kann man den selbstgemachten Teig durch einen anderen ersetzen?
Ja, man kann Mürbeteig (pasta brisée), pasta matta oder auch fertigen Blätterteig verwenden. Das Ergebnis unterscheidet sich, bleibt aber lecker.

