Kalabrische Cuzzupe, typische Ostersüßigkeit, traditionell im Holzofen gebacken. Es sind große Kekse aus einfachen Zutaten: Mehl, Milch, Eier und Schmalz; man kann aber auch Öl oder Butter verwenden. Besonders charakteristisch ist das Ei, das in den Teig bzw. in das Gebäck eingebunden wird. Allgemein nennt man sie Cuzzupe, aber in Kalabrien haben sie je nach Gegend unterschiedliche Namen. In meinem Dorf in der Provinz Cosenza heißen sie cuddureddi oder cuddhura, mit oder ohne Zuckerglasur. Fügt man ein Ei hinzu — oder besser mehrere Eier, denn üblicherweise wurden mehr als eins verwendet —, nennt man sie cannaleri; je nach Ort heißen sie auch vuta, sguta, pizzatola oder cuddhuraci. Sie sind im Süden Italiens sehr verbreitet; in anderen Regionen gibt es ähnliche Varianten mit teils gleichen, teils völlig anderen Namen, wie die sizilianischen cuddhuri oder die apulischen scarcelle. Sie gelingen auch sehr gut im normalen Haushaltsofen; zu Ostern dürfen Cuzzupe und das Pane di Pasqua nicht fehlen. Ebenfalls beliebt sind die legendäre mpignulata (gefüllte Osterpizza) oder die Fraguni.
- Schwierigkeit: Sehr einfach
- Kosten: Sehr günstig
- Vorbereitungszeit: 40 Minuten
- Kochzeit: 20 Minuten
- Portionen: 20 Stück
- Küche: Italienisch
Zutaten
- 1 kg Weizenmehl (Tipo 00)
- 400 g Zucker
- 6 Mittlere Eier
- 2 bustine Backpulver
- q.b. Zitronenschale
- 150 ml Milch
- 150 g Schmalz ((oder Butter oder 80 ml Pflanzenöl))
- q.b. Eier (Zum Dekorieren, optional)
- q.b. Puderzucker (mindestens 250 g)
- 1 Eiweiß
- q.b. Zitronensaft
- q.b. Bunte Zuckerstreusel (Optional zum Dekorieren)
Zubereitung
Auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben wir das Mehl – oder, wer mag, in eine große Schüssel. Den Zucker hinzufügen. In der Mitte eine Mulde formen und die Eier, die Milch, die geschmolzene Butter oder das Schmalz, das Backpulver und die geriebene Zitronenschale hineingeben. Zuerst mit einer Gabel die flüssigen Zutaten in der Mitte verrühren und nach und nach das Mehl einarbeiten; dann mit den Händen schnell weiterkneten. Auf eine gut bemehlte Fläche legen, um den Teig besser zu bearbeiten, zwischendurch mit etwas Mehl die Hände säubern – der Teig soll ein kompakter, nicht klebriger Laib bleiben.
Sobald der Teig schnell wie Mürbeteig gearbeitet ist, formen wir die Cuzzupe. Es gibt verschiedene Formen: einen Ring mit Loch, viele formen einen schmalen Ring, der beim Backen das Loch verliert; dann gibt es die Form, die an einen Schlüssel erinnert: Man rollt eine Schnur, in der Mitte macht man eine Art Schleife und die beiden Enden werden ineinander verschlung en. Manche geben ihnen die Form einer Taube, eines Fisches oder anderer dekorativer Figuren. Ich habe dieses Jahr auch Häschen gemacht, wie Sie im Video sehen können.
Es bleibt die Entscheidung, ob man das Ei auf die Cuzzupe setzt. Manche tun es, andere nicht. Das Ei wird oben auf dem Ring platziert und mit zusätzlichem Teig befestigt, oft mit zwei kleinen Schnüren, die sich kreuzen und das Ei halten. Bei den geflochtenen Cuzzupe wird das Ei in die Öffnung gelegt, die beim Formen der Schleife entsteht. Es ist nicht zwingend, das Ei aufzusetzen – wer mag, tut es, wer nicht, lässt es weg. Das Ei wird roh gesetzt, es gart im Ofen und kann nach dem Backen mitgegessen werden.
An die Cuzzupe ist in Kalabrien eine hübsche Tradition gebunden: Zu Ostern schenkt die Schwiegermutter im Namen der Tochter dem Schwiegersohn eine Cuzzupe mit 9 Eiern, wenn die Hochzeit noch in weiter Ferne liegt, so wird das Versprechen erneuert. Wird die Hochzeit innerhalb eines Jahres gefeiert, schenkt man meist eine Cuzzupe mit 7 Eiern, oft in Herzform. Diese Tradition bestätigt auch, dass die Eier immer in ungerader Zahl gesetzt werden sollten.
Die Cuzzupe auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und in einem vorgeheizten Ofen bei 180°C etwa 20 Minuten backen; im Umluftofen sollten Sie 165°C nicht überschreiten. Wenn Sie einen Holzofen haben, ist das noch besser – dort genügen nur wenige Minuten.
Sobald die Cuzzupe goldbraun aus dem Ofen kommen, können wir sie noch warm mit etwas Glasur bestreichen. Die Zuckerglasur kann man wie hier mit Wasser und Puderzucker zubereiten oder mit Eiweiß: Ein Eiweiß mit Puderzucker und ein paar Tropfen Zitronensaft mit dem Schneebesen so lange arbeiten, bis die Glasur eine streichfähige Konsistenz erreicht; ist sie zu flüssig, nach und nach mehr Puderzucker zugeben.
Während wir die Cuzzupe aus dem Ofen holen, bestreichen wir die noch warmen Kekse mit einem Pinsel mit Glasur, bestreuen sie mit bunten Streuseln, und in wenigen Minuten ist die Glasur getrocknet. Probieren Sie die Cuzzupe auch mit Glasur – sie sind wirklich köstlich. Nach vielen Varianten, die ich ausprobiert habe, kann ich sagen: Mit Schmalz werden sie besonders zart und haben diesen typischen, hausgemachten Geschmack wie bei Oma.
Es gibt auch die Brioche-Version der kalabrischen Cuzzupe: weiche Cuzzupe mit Anis, traditionelle Ostersüßigkeit aus Kalabrien, etwas anders als die üblichen Brioche, etwas fester, aber mit einzigartigem Anisgeschmack durch Anissamen oder Anisschnaps.

