Glutenfreie Tertzelouthkia: Zyprische Leckereien mit Johannisbrot-Sirup


Die Tertzelouthkia (τερτζελούθκια) sind eine traditionelle zyprische Süßspeise🇨🇾, heutzutage eher selten, aber einst mit der einfachen Küche und vor allem der orthodoxen Fastenzeit verbunden.

▶Sie sind eng verwandt mit den Koulourouthkia (ein allgemeiner Begriff für trockene Kekse), unterscheiden sich jedoch in Form, Kochart und Endkonsistenz.

▶Sie wurden als Restesüßigkeit entwickelt: eine Möglichkeit, trockenen oder übriggebliebenen Teig nicht zu verschwenden.

In Ringform oder als flache Kringel geformt, oft mit einem leichten Einschnitt, um das Garen zu erleichtern, werden die Tertzelouthkia anders als die Koulourouthkia, die im Ofen gebacken werden, im Johannisbrot-Sirup gekocht und mit diesem serviert.

▶Traditionell wurden sie in ländlichen zyprischen Haushalten, bei gemeinschaftlichen Anlässen oder während religiöser Feiertage, an denen tierische Produkte gemieden wurden, zubereitet.


▶▶Mit einem einfachen Teig aus Mehl, Olivenöl, Wasser. Sie enthalten keine Eier, Butter oder Milch, was sie perfekt für die Fastenzeit macht.
⭐Ich habe Buchweizenmehl zusammen mit Johannisbrotkernmehl verwendet, das als neutraler Verdickungsmittel für eine glutenfreie Version dient.

▶Die Verwendung von Johannisbrot-Sirup „χαρουπόμελο“ (Charoupomelo) ist typisch für die zyprische Tradition, die reich an dieser Frucht ist, die in der Antike Honig oder Zucker ersetzte.

⁠▶Früher wurden sie hauptsächlich zubereitet, wenn Wein nicht verfügbar war oder die Ernten knapp waren: In solchen Fällen wurde anstelle von Epsima, einem Traubenmost- oder Traubensaftsirup, der auf der Insel reichlich vorhandene Johannisbrot-Sirup verwendet.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Kosten: Günstig
  • Vorbereitungszeit: 5 Minuten
  • Portionen: 40Stück
  • Kochmethoden: Kochen
  • Küche: Griechisch
  • Saisonalität: Alle Jahreszeiten

Zutaten

  • 150 g glutenfreies Buchweizenmehl
  • 100 g Kartoffelstärke
  • 3 g Johannisbrotkernmehl
  • 100 ml Wasser (lauwarm)
  • 1 Prise Salz
  • n.B. Zimt
  • 800 ml Wasser
  • 125 ml Johannisbrot-Sirup

Schritte

  • 1.⁠ ⁠Teig:
    Mische in einer großen Schüssel das Mehl, die Stärke, das Johannisbrotkernmehl, den Zimt, das Salz und die Sesamsamen.
    Füge das lauwarme Wasser nach und nach hinzu und knete, bis ein glatter und weicher, nicht klebriger Teig entsteht. Falls nötig, füge mehr Mehl oder Wasser hinzu, um die Konsistenz zu regulieren.


    2.⁠ ⁠Formung:
    Nimm kleine Teigstücke und forme kleine Ringe um den Zeigefinger.


    3.⁠ ⁠Zubereitung des Sirups:
    Bringe in einem Topf das Wasser zum Kochen, füge den Johannisbrot-Saft oder den Honig hinzu und lasse es 3-5 Minuten köcheln, bis ein dicker, aber flüssiger Sirup entsteht.


    4.⁠ ⁠Kochen:
    Tauche die frischen Tertzelouthkia vorsichtig in den heißen Sirup.
    Koche sie bei niedriger Hitze etwa 10 Minuten lang, bis sie weich, aufgegangen und gut mit Sirup durchtränkt sind.


    5.⁠ ⁠Abkühlen:
    Vorsichtig abtropfen lassen und etwas auf einem Gitter oder Teller trocknen lassen. Sie werden in einer Schale mit etwas Sirup und Sesam serviert.

Unterschiede in den Kochschritten:


•⁠ ⁠Traditionelle „frische“ Version (Tertzelouthkia, gerade geformt)
Sie werden direkt im heißen Sirup (gestrecktes Teratsomelo mit Wasser) gekocht, ohne sie in Wasser zu kochen. Dies gilt, wenn sie gerade frisch, weich und formbar sind.


•⁠ ⁠Version mit trockenem Teig oder im Voraus zubereitet
Wenn die Leckereien getrocknet oder hart geworden sind, dann: Sie werden kurz in Wasser gekocht, um sie weich zu machen.
Dann werden sie in den heißen Sirup gegeben, um den Geschmack aufzunehmen und die Garzeit abzuschließen.

FAQ (Fragen und Antworten)

  • Was ist der Unterschied zwischen Johannisbrotkernmehl und Johannisbrotpulver?

    Der Unterschied zwischen Johannisbrotkernmehl und Johannisbrotpulver ist sehr deutlich, sowohl in der Verwendung als auch in den Eigenschaften:

    Johannisbrotpulver (oder einfach „Johannisbrotmehl“)
    •⁠ ⁠Herkunft: aus dem Fruchtfleisch der Johannisbrotschote, nachdem es getrocknet und gemahlen wurde.
    •⁠ ⁠Farbe: dunkelbraun.
    •⁠ ⁠Geschmack: natürlich süß, ähnlich wie Kakao.
    •⁠ ⁠Verwendung: als Ersatz für Kakao in Süßspeisen, Keksen, Getränken, Cremes, usw.
    •⁠ ⁠Eigenschaften: reich an Ballaststoffen, natürlichen Zuckern, koffeinfrei.

    Johannisbrotkernmehl (oder Johannisbrotkernmehl/E410)
    •⁠ ⁠Herkunft: aus den inneren Samen der Johannisbrotschote, die sehr hart und schleimig sind.
    •⁠ ⁠Farbe: weiß-beige.
    •⁠ ⁠Geschmack: neutral.
    •⁠ ⁠Verwendung: als natürliches Verdickungs- und Geliermittel, verwendet in Eis, Saucen, Desserts, oft in der Lebensmittelindustrie.
    •⁠ ⁠Eigenschaften: enthält Galaktomannane, die Gele bilden und Viskosität verleihen.

    •⁠ ⁠Johannisbrotpulver ist eine aromatische und nahrhafte Zutat (für den Geschmack).
    •⁠ ⁠Johannisbrotkernmehl ist ein technisches Additiv (für die Konsistenz).

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