Der Karneval auf den Kanarischen Inseln ist nicht nur eine Explosion von Farben und Musik, sondern ein Ritual, das durch die Überlebensküche geht.
Die Karnevalstortillas sind ein Symbol davon: Sie entstanden aus der Notwendigkeit, einfache Zutaten (Mehl, Eier und Aromen) zu verwenden, um eine energiereiche Nahrung vor der Fastenzeit zu schaffen. Diese flachen Pfannkuchen repräsentieren die Identität jeder Insel.
Obwohl die Basis gleich ist, teilt sich der Archipel in den Geschmäckern:
Gran Canaria (Die Kürbisvariante): Dies ist die Insel, auf der der Kürbis (calabaza) die Hauptrolle spielt. Hier sind die Tortillas natürlicherweise orangener, feuchter und süßlicher. Oft wird auch ein Hauch geriebener Frischkäse dem Teig hinzugefügt, um einen würzigen Kontrast zu schaffen.
Teneriffa (Die „blumige“ Version): Auf Teneriffa ist der Gebrauch von Orangenblüten oder einer größeren Menge an Zitrusschale sehr verbreitet. Die Konsistenz tendiert dazu, leichter und schwammiger zu sein, weniger dicht als die von Gran Canaria.
La Gomera (Der Palmenhonig): Hier ist der Teig ähnlich wie das Basisrezept, aber das unverwechselbare Merkmal ist das Topping. Es wird ausschließlich der Palmenhonig aus La Gomera verwendet, ein einzigartiges Produkt, das aus dem Saft der kanarischen Palme gewonnen wird und einen intensiven, fast rauchigen Geschmack verleiht.
El Hierro (Der Herreño-Käse): Auf dieser Insel, die für ihre Käse berühmt ist, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Tortillas eine festere Basis haben, dank der Zugabe von zerbröseltem lokalem Frischkäse, dem Queso Herreño, wodurch sie fast zu „süßen Käsepfannkuchen“ werden.
Die Variante der Insel El Hierro – die folgende – ist die „rustikalste“ und für mich die faszinierendste.
Hier verwoben sich die Geschichte des Karnevals und die alte Tradition der Hirten. Im Gegensatz zu den rein süßen Versionen der anderen Inseln nutzt die herreña Version den frischen Käse (historisch von Ziege oder Schaf), das Hauptelement der lokalen Wirtschaft.
Verwechsle sie nicht mit den Tortillitas de Camarones (Garnelenpfannkuchen), die typisch für Cádiz (Andalusien) sind. Auch diese werden zum Karneval gegessen, sind aber deutlich salzig, dünn wie Oblaten und sehr knusprig, gemacht mit Kichererbsenmehl und kleinen Krustentieren.
Das Ergebnis ist ein Pfannkuchen mit körniger Konsistenz, in dem die Würze des Käses auf das Aroma der Anissamen (matalahúva) trifft.
Auf dem Blog findet ihr ein weiteres typisches Karnevalsrezept aus El Hierro:
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Sehr günstig
- Ruhezeit: 20 Minuten
- Vorbereitungszeit: 10 Minuten
- Portionen: 15 Stück
- Kochmethoden: Herd
- Küche: Spanisch
- Saisonalität: Karneval
Zutaten
- 250 g Ziegenkäse (Art Ricotta oder Ziegenfrischkäse)
- 3 Eier
- 80 g Zucker
- 1 Zitrone (nur Schale)
- 2 Teelöffel Anis (Matalahúva)
- 1 Esslöffel Anislikör
- 150 ml Milch
- 200 g Mehl
- nach Geschmack Pflanzenöl
- nach Geschmack Blütenhonig
Werkzeuge
- 1 24 cm
Schritte
Verarbeitung: Zerdrücke den Käse mit einer Gabel, bis er cremig, aber körnig ist.
Aromen: Füge Eier, Zucker, Zitronenschale, Anissamen und den Likör hinzu. Mische energisch.
Teig: Gieße die Milch langsam hinzu und arbeite das gesiebte Mehl nach und nach ein. Du erhältst einen dichten und reichhaltigen Teig.
Ruhezeit: Lass die Mischung 20 Minuten ruhen: Das ist das Geheimnis, damit die Aromen sich mit dem Käse verbinden.
Frittieren: In einer Pfanne von 24-26 cm etwas Öl erhitzen. Den Teig in Abstand löffelweise hineingeben. Die Tortillas von El Hierro neigen dazu, etwas dicker und „rustikaler“ im Aussehen zu bleiben.
Servieren: Wenn sie goldbraun und knusprig an den Rändern sind, auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß servieren mit reichlich Honig.
Namenskuriositäten
Sie werden „Tortillas“ genannt, einfach wegen ihrer flachen und runden Form, ähnlich einem Omelett (das übrigens an die berühmte Tapa erinnert), und nicht wegen der Zutaten.
In Spanien gibt es eine ganze Familie von süßen Pfannkuchen, die so genannt werden, um sie von den aufgeblähten Desserts (wie den buñuelos) oder den stäbchenförmigen (wie den Churros) zu unterscheiden.
FAQ (Fragen und Antworten)
Werden die Karnevalstortillas übereinander gestapelt oder auf einem Teller verteilt?
Generell gibt es bei den Karnevalstortillas zwei Präsentationsarten, die beide sehr gesellig sind:
1. Der „Berg“ (Traditionell und familiär)
Dies ist die häufigste Art und Weise, sie zu Hause oder bei Dorffesten zu servieren. Die Tortillas werden übereinander gestapelt, um einen Turm zu bilden.
Warum: Diese Methode hält die Wärme länger.
Der letzte Schliff: Der Honig (oder der Sirup) wird direkt über die Spitze des Stapels gegossen, sodass er an den Seiten herunterfließt und auch die unteren Tortillas durchtränkt.
2. Verteilt als „Fächer“ (Restaurant- oder Tapas-Präsentation)
In Lokalen oder wenn du eine aufwändigere Präsentation wünschst, werden sie leicht überlappend (fächerförmig oder in einer Reihe) auf einem großen flachen Teller angeordnet.
Vorteil: Dies ermöglicht es jeder einzelnen Tortilla, die Ränder knuspriger zu halten, indem sie verhindert, dass das Gewicht und die Feuchtigkeit der oberen sie zu weich machen.
Dekoration: In diesem Fall kannst du den Teller mit ein paar Minzblättern oder einer zusätzlichen Prise Zimt um den Rand dekorieren.Welcher Honig wird auf El Hierro verwendet?
Auf El Hierro wird für die Karnevalstortillas traditionell der lokale Blütenhonig verwendet, oft ein Millefiori, der die einzigartige Flora der Insel widerspiegelt. Manchmal wird auch der berühmte Palmenhonig verwendet, ein Sirup, der aus dem Saft der kanarischen Palme gewonnen wird.
Verwendete Honigsorten auf El Hierro:
Bienenhonig (Miel de Abeja): Dies ist das häufigste Topping. El Hierro produziert hochwertige Bienenhonige, hauptsächlich multiflorale (Millefiori) mit Geschmäckern, die von mild bis intensiv reichen, je nach den vorherrschenden Blüten. Diese lokalen Bienenhonige sind die authentischste Option, wenn man das traditionelle Rezept originalgetreu nachstellen möchte.
Palmenhonig (Miel de Palma): Obwohl die Hauptproduktion dieses Palmensirups auf La Gomera stattfindet, ist er im gesamten Archipel sehr verbreitet und geschätzt, einschließlich El Hierro. Es ist kein echter Honig, der von Bienen hergestellt wird, sondern Guarapo, der eingekochte und zu dickem und dunklem Sirup reduzierte Saft der Palme. Sein Geschmack ist einzigartig, fast karamellisiert, und passt perfekt zur Würze des lokalen Käses.
Auch verwendet für die Zubereitung des Frangollo, ein typisches Dessert der Kanarischen Inseln, bestehend aus Milch, Hirsemehl (oder Maismehl), Zitrone, Eiern, Zucker, Butter, Rosinen, Mandeln und Zimt.

