Schenkeli: Das Originalrezept der Schweizer Karnevalsgebäcke

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Die Schenkeli, oder Schänggeli oder Schänkeli, sind ein frittiertes Gebäck aus der Deutschschweiz, das historisch auch im Elsass und in einigen Gebieten Süddeutschlands verbreitet ist.

Ihr Name leitet sich vom schweizerdeutschen Begriff Schenkel (Bein) ab, ein Hinweis auf die leicht verjüngte zylindrische Form, die an ein kleines Bein erinnert.

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über diese Zubereitung stammen aus dem 18. Jahrhundert, obwohl sich die regionalen Varianten im Laufe des 19. Jahrhunderts konsolidierten.

Traditionell sind die Schenkeli mit der Fasnacht (Karneval) verbunden.

Historisch gesehen war das Frittieren eine praktische Möglichkeit, die Vorräte an tierischen Fetten (Schmalz) und Eiern vor Beginn der Fastenzeit aufzubrauchen, während der diese Zutaten aus religiösen Gründen verboten waren.


Ursprünglich wurden sie aufgrund der Einfachheit der Zutaten (Mehl, Zucker und Fett), als Gelegenheitsgebäck für die Arbeiterklasse angesehen. Mit der Zeit wurde das Rezept durch die Einführung von Mandeln und edleren Aromen wie Kirsch bereichert und wurde zu einem Produkt, das das ganze Jahr über in Schweizer Bäckereien erhältlich ist.

Auf dem Blog findet ihr ein weiteres Rezept für den Schweizer Karneval:

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Kosten: Sehr preiswert
  • Ruhezeit: 1 Stunde
  • Vorbereitungszeit: 10 Minuten
  • Portionen: 20 Stück
  • Kochmethoden: Frittieren
  • Küche: Schweizerisch
  • Saisonalität: Karneval, Alle Jahreszeiten

Zutaten

  • 75 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 2 Eier
  • nach Bedarf Zitronen- und Orangenschale
  • 1 Esslöffel Kirsch
  • 70 g Mandeln (gehackt)
  • 250 g Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 1 Prise Salz

Schritte

  • Verarbeitung: In einer Schüssel Butter mit Zucker und Salz cremig rühren. Die Eier nacheinander hinzufügen und weiterschlagen, bis die Masse hell wird.


    Teig: Zitronen- und Orangenschale, Kirsch und gehackte Mandeln hinzufügen. Mehl mit Backpulver sieben und nach und nach einarbeiten, bis ein weicher, formbarer Teig entsteht.


    Ruhezeit: Den Teig abdecken und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.


    Formung: Rollen Sie ca. 2 cm dicke und 5-6 cm lange Zylinder mit leicht zugespitzten Enden. Für die klassische Form die Oberfläche längs mit einem Messer leicht einritzen.


    Frittieren: In Öl bei 160-170°C für etwa 2-4 Minuten portionsweise frittieren, bis sie gleichmäßig goldbraun sind und sich entlang der Kerbe „spalten“.


    Fertigstellung: Auf Küchenpapier abtropfen lassen und, solange sie noch warm sind, in Kristallzucker (oft mit Zimt vermischt) wälzen oder mit Puderzucker bestäuben.

Die traditionelle Form

Die Form der Schenkeli ist die von kleinen Zylindern oder „Zigarren“, die etwa 5-9 cm lang und etwa 2 cm dick sind. 

Aussehen: Sie ähneln kleinen, verjüngten Beinen (daher der schweizerdeutsche Name Schenkel, „Bein“) oder, in einigen französischen Regionalvarianten, Ziegenhufen (pieds de chèvre).

Die „Spaltung“: Das markanteste Merkmal ist die längs verlaufende Kerbe, die vor dem Kochen auf der Oberfläche gemacht wird. Beim Frittieren dehnt die Hitze den Teig aus, öffnet die Kerbe und erzeugt eine zentrale „Spaltung“, die dem Gebäck ein rustikales und unregelmäßiges Aussehen verleiht.


Enden: Traditionell sind die Spitzen leicht abgerundet oder diagonal abgeschnitten.

FAQ (Fragen und Antworten)

  • Beeinhaltet das Rezept auch kandierte Orange?

    Die Verwendung von kandierter Orange (oder kandierter Zeder) ist im Grundrezept nicht erforderlich, wird jedoch in einigen regionalen Varianten, insbesondere in solchen mit französischem Einfluss (Elsass), wo sie Schenkela oder Schenkele genannt werden, oder in reicheren und aromatischeren Versionen als traditionelle Zutat betrachtet.

  • Was ist die Alternative zu Kirsch?

    Wenn du keinen Kirsch (das für das Originalrezept typische Kirschwasser) zur Verfügung hast oder es nicht verwenden möchtest, kannst du es je nach gewünschtem Ergebnis leicht ersetzen:

    1. Alkoholische Alternativen (Um das Aroma zu bewahren)
    Kirschenbrand oder Maraschino: Sind die nächstgelegenen Ersatzstoffe für das Aromaprofil.
    Dunkler Rum oder Brandy: Verleihen ein intensiveres und würzigeres Aroma, sehr angenehm in frittierten Gerichten.
    Anislikör : Auch wenn der Geschmack sich ändert, ist Anis ein klassisches Aroma für Karnevalsgebäcke und passt gut zum Frittieren.

    2. Alkoholfreie Alternativen (Für Kinder oder Abstinenzler)
    Klarer Apfelsaft: Ist die beste Wahl, um Kirsch hinsichtlich Säure und Süße zu ersetzen, ohne die Farbe des Teigs zu verändern.
    Bittermandel-Extrakt: Wenn dein Rezept Mandeln enthält, verstärken 2-3 Tropfen des Extrakts (verdünnt in einem Esslöffel Wasser) den Geschmack.
    Orangensaft: Fügt eine Zitrusnote hinzu, die an die im Teig vorhandene geriebene Schale erinnert.

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