Gnocchetti und Kichererbsen

Gnocchetti und Kichererbsen: der echte Geschmack der Abruzzen zwischen Geschichte und Tradition.
Es gibt Gerichte, die eine Region besser erzählen als tausend Worte, und Gnocchetti mit Kichererbsen sind ohne Zweifel eines davon.
Dieses Rezept hat seine Wurzeln im Herzen der Abruzzen, besonders auf dem Hochplateau von Navelli, einer Gegend, in der der Anbau von Hülsenfrüchten schon seit dem Mittelalter ernst genommen wird.
Wer dieses Gericht heute zubereitet, ehrt eine jahrhundertealte Tradition, die von einfachen Handgriffen und armen, aber großartigen Zutaten lebt.
Historische Dokumente belegen, dass der Kichererbsenanbau in der Gegend von Navelli bereits im 19. Jahrhundert blühte.
Damals gab es nicht nur eine Sorte: auf den Feldern fand man weiße, rote und sogar schwarze Kichererbsen, jede mit ihren eigenen Geschmacksnuancen, und auch heute sind, wenn auch selten, noch rote und schwarze Sorten zu finden.
Hülsenfrüchte waren die Basis der bäuerlichen Ernährung: sie wurden in heißen Suppen gegessen, zusammen mit Pasta gekocht oder zu Mehl verarbeitet, um die „fracchiata“ herzustellen, eine einfache Art Polenta aus Hülsenfrucht- und Getreidemehlen.
Aber Kichererbsen standen auch für Geselligkeit – wer kennt nicht die Geschichten der Großeltern von in Töpfen gerösteten Kichererbsen mit Wein?
Ein echtes Comfort Food, das auf keiner Zusammenkunft in der Vino-Stube oder auf den Marktständen während religiöser Feste fehlte.
Diese gerösteten Kichererbsen sind einfach himmlisch und ich mache sie ab und zu sehr gern!
Das ursprüngliche Rezept für Gnocchetti mit Kichererbsen sieht strikt eine helle Basis vor, damit der mineralische Geschmack der Hülsenfrucht zur Geltung kommt. Mit der Zeit hat sich die Küche weiterentwickelt und heute findet man häufig Versionen, die mit einem Schuss Tomatensauce verfeinert sind.
Wenn es um Navelli geht, darf man sein „rote Gold“ – den Safran – nicht vergessen: ein paar Safranfäden im Kochwasser oder im Sud machen die Suppe königlich, aromatisch und sonnig gefärbt.
Diese Tradition lebt noch heute weiter.
Jedes Jahr im August belebt ein großes Fest (die Sagra dei ceci e dello zafferano) das Dorf Navelli, bei dem die geschickten Hände der lokalen Hausfrauen die originalen Rezepte zubereiten.
Die riesigen Töpfe mit geschmorten Kichererbsen oder mit Safran duftenden Gerichten zu sehen, ist eine Reise in die Vergangenheit.
Gnocchetti mit Kichererbsen auf den Tisch zu bringen heißt nicht nur, ein nahrhaftes Hauptgericht zu servieren, sondern auch ein Stück Abruzzen zu teilen.
Egal, ob ihr die klassische helle Version oder die modernere, farbenfrohere Variante bevorzugt – wichtig ist, Hülsenfrüchte von guter Qualität zu wählen, vielleicht genau die kleinen, würzigen aus unserer Gegend, die jeden Löffel zu einer Reise in die Erinnerung machen.
ca. 540 kcal pro Person

Gnocchetti und Kichererbsen
  • Schwierigkeit: Leicht
  • Kosten: Günstig
  • Vorbereitungszeit: 40 Minuten
  • Kochzeit: 1 Stunde 10 Minuten
  • Portionen: 4Personen
  • Kochmethoden: Kochen
  • Küche: Italienische Regionalküche
  • Region: Abruzzen
  • Saisonalität: Ganzjährig

Zutaten für Gnocchetti und Kichererbsen

  • 300 g Weizenmehl (Tipo 00)
  • 175 g Wasser
  • 250 g getrocknete Kichererbsen (am besten aus Navelli)
  • 2 Esslöffel Olivenöl (extra vergine)
  • nach Geschmack Salz
  • 2 Zehen Knoblauch

Küchenutensilien

  • 1 Topf

Zubereitung von Gnocchetti und Kichererbsen

  • Das Erste, was ihr tun solltet, ist, die getrockneten Kichererbsen am Abend vorher für etwa 12 Stunden einzuweichen – idealerweise die Kichererbsen aus Navelli, da sie für dieses Gericht typisch sind: klein und sehr aromatisch.
    Am nächsten Tag die Kichererbsen abgießen und gut abspülen. Dann die Kichererbsen in einen Topf geben (wenn nötig noch etwas Wasser nachgießen), wenig Salz hinzufügen und mit dem Kochen beginnen.
    In einem kleinen Topf das Olivenöl und die Knoblauchzehen erhitzen, den Knoblauch leicht anbräunen lassen und alles dann in den Topf zu den Kichererbsen geben.
    Alles gut umrühren und zugedeckt bei mittlerer Hitze mindestens 45 Minuten köcheln lassen – die Zeit hängt sehr von den Kichererbsen ab, manchmal braucht es auch eine Stunde.

  • Während die Kichererbsen kochen, bereiten wir die Gnocchetti zu.
    In einer Schüssel Wasser und Mehl geben und gut miteinander verrühren, kneten und dann den Teig auf der Arbeitsfläche fertigstellen.
    Wenn der Teig fertig ist, Stücke abnehmen und dünne Stränge formen, diese in kleine Stücke schneiden, um die Gnocchetti zu formen.
    In Mehl wälzen, damit sie nicht kleben.
    Ich habe nach dem Formen ein Backblech gut mit Mehl bestreut und die Gnocchetti daraufgelegt, so dass sie nicht aneinander kleben.
    Beim Kochen habe ich sie in einem großen Sieb abgeschüttelt, um das überschüssige Mehl zu entfernen.
    Wenn die Kichererbsen gar sind, einen Becher davon herausnehmen und mit dem Stabmixer pürieren, dann zurück in den Topf geben und gut umrühren – dieser Trick macht eine schöne, cremige Grundlage.
    Einen Topf mit gesalzenem Wasser vorbereiten; es sollten etwa 3–4 Finger Wasserhöhe reichen.
    Wenn das Wasser kocht, die Gnocchetti hineingeben. Falls zu viel Wasser im Topf ist, etwas davon entfernen … man muss bedenken, dass später die Kichererbsen mit ihrem Sud dazugegeben werden.

  • Die Kichererbsen zu den Gnocchetti geben, gut verrühren, während des Kochens mit Salz abschmecken und etwa 10 Minuten garen lassen.
    Diese Art Gnocchetti braucht keine sehr kurze Garzeit, also am besten zwischendurch prüfen.
    Wenn alles gar ist, anrichten und servieren.

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Kurioses: Weiß, Rot oder „Schwarz“? Die Farben der alten Ernte
Wusstet ihr, dass früher die Felder von Navelli nicht nur vom Gelb der Kichererbsen geprägt waren, die wir heute kennen? Bis ins 19. Jahrhundert bot die abruzzesische Biodiversität drei Hauptsorten:

Die weißen Kichererbsen: Die gebräuchlichsten, mit dünner Schale, ideal für feine Suppen.

Die roten Kichererbsen: Rustikaler und eisenreicher, mit einem intensiveren, erdigen Geschmack.

Die schwarzen Kichererbsen: Heute eine seltene Delikatesse, früher die „hartnäckigsten“. Sie brauchten lange Einweich- und Kochzeiten, gaben dafür aber eine dunkle, sehr aromatische, fast samtige Brühe.

Früher war diese Mischung der Farben auf dem Teller nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern das Ergebnis einer gemischten Landwirtschaft, die auch in schlechten Jahren die Ernte sicherte. Diese Geschmäcker wiederzufinden heißt, tief in die Vergangenheit des Hochplateaus einzutauchen!

Autorenbild

loscrignodelbuongusto

Mein Name ist Francesca Mele und "Lo scrigno del buongusto" ist der Name meines Blogs. Ich bin waschechte Abruzzerin, und nach einigen Jahren mit einer Koch-Website habe ich mich entschieden, einen Blog zu starten. Insgesamt bin ich jetzt seit 12 Jahren online, und deshalb kennen mich viele von euch schon seit einiger Zeit! Ich koche gerne und bin weder eine Chefköchin noch eine professionelle Köchin, sondern habe einfach nur die Leidenschaft fürs Kochen, Zubereiten und Erfinden neuer Gerichte. Die Rezepte, die ihr auf meinem Blog findet, sind nicht kopiert, und auch die Fotos sind nicht aus dem Internet heruntergeladen, sondern von mir selbst gemacht.

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