Kozunak: das flauschige Herz von Ostern in Bulgarien.
Wer mir schon länger folgt, weiß: Meine Küche kennt keine Grenzen.
Ich liebe unsere italienischen Traditionen, doch meine Neugier treibt mich oft weit weg, zu Rezepten, die nach fernen Ländern duften.
So habe ich mich in den Kozunak verliebt, dem bulgarischen Ostergebäck schlechthin.
Es handelt sich um ein geflochtenes Hefeteiggebäck, unglaublich locker und aromatisch, das viele Ähnlichkeiten mit dem rumänischen/albanischen Cozonac hat, aber eine ganz eigene Symbolik und Rituale mitbringt.
In Bulgarien ist der Ostermorgen ein magischer Moment des Teilens: Traditionell serviert die älteste Frau der Familie den Kozunak, begleitet von unverzichtbaren, hart gekochten, bunten Eiern (oft kräftig rot, Symbol der Wiedergeburt).
Daraus entsteht ein amüsanter und zugleich spiritueller Brauch: Jeder Gast wählt ein Ei und nach einem Gebet tritt man gegeneinander an.
Man klopft sein Ei leicht gegen das des Nachbarn; wer die Schale bis zum Ende intakt hält, dem wird ein Jahr voller Gesundheit und Glück verheißen.
Der Kozunak ist also nicht nur ein Gebäck, sondern der Mittelpunkt eines glücksbringenden Moments, der Generationen um denselben Tisch vereint.
Für dieses Rezept wollte ich der bulgarischen Tradition treu bleiben, auch wenn das Schicksal mir einen Streich spielte: Ich war mir ganz sicher, Rosinen im Vorrat zu haben — und dann waren sie weg!
Ich ließ mich nicht entmutigen und bereitete ihn „pur“ zu; das Ergebnis war dennoch beeindruckend in Lockerheit und Duft.
Der Kozunak ist jedoch so vielseitig, dass ich ihn bald mit einer verführerischen Schokoladenfüllung wiederholen werde, eine weitere in Osteuropa sehr beliebte Variante.
Das hervorstechende Merkmal dieses Gebäcks ist seine „faserige“ Struktur, erzielt durch gründliches Kneten und sorgfältiges Flechten.
Trotz der langen Gehzeit gelingt er jedem, wenn man die Geduld hat, der Wärme Zeit zu geben.
Er duftet nach Zitrone, Vanille und Zucker — perfekt zum Eintunken in Milch oder pur, um seine weiche, beinahe federleichte Konsistenz zu genießen.
Wenn ihr wie ich neugierig auf neue Aromen seid, müsst ihr ihn unbedingt ausprobieren. Folgt meinem Rezept und bringt ein Stück Bulgarien in euer Osterfest: Der Duft aus dem Ofen wird euch sofort verzaubern!
ca. 900 kcal pro Person
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Mittel
- Ruhezeit: 4 Stunden 30 Minuten
- Vorbereitungszeit: 30 Minuten
- Kochzeit: 45 Minuten
- Portionen: 8 Personen
- Kochmethoden: Backofen (Elektro)
- Küche: International
- Saisonalität: Ostern
Zutaten für den Teig zur Herstellung des bulgarischen Kozunak (Ostergebäck)
- 300 g Manitoba-Mehl
- 300 g Weizenmehl Typ 0
- 3 Mittlere Eier
- 125 ml Vollmilch
- 50 g Weiche Margarine
- 25 ml Mais- oder Sonnenblumenöl
- 150 g Zucker
- Abrieb einer Orange
- 14 g Frische Hefe
- 1 Prise Salz
- 200 g Mandeln
- 200 g Haselnüsse
- 200 g Sultaninen
- Saft von 1 Orange
- 200 g Pflaumenmarmelade
- 1 Eigelb
- 20 ml Milch
- 30 g Perlenzucker
Werkzeuge
- 1 Backform mit Scharnier
Zubereitung des bulgarischen Kozunak (Ostergebäck)
Beginnen wir damit, Mehle zusammen mit der zerbröselten frischen Hefe und den zuvor verquirlten Eiern in die Küchenmaschine zu geben; dann Öl, Zucker, Margarine, lauwarme Milch, den Abrieb der Orange und mit dem Kneten beginnen.
Während die Maschine arbeitet, das Prise Salz hinzufügen.
Nach dem Kneten solltet ihr einen gleichmäßigen, nicht klebenden und relativ weichen Teigball erhalten.
Dann den Teig in eine Schüssel legen, mit Frischhaltefolie abdecken und im ausgeschalteten Ofen mit eingeschaltetem Lampchen mindestens 3 Stunden, auf jeden Fall bis zur Verdopplung, gehen lassen.
In der Zwischenzeit die Orange auspressen und die Rosinen mindestens 30 Minuten darin einweichen; dann durch ein Sieb abtropfen lassen und beiseitestellen.
Nachdem der Teig gegangen ist, auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, zu einer Kugel formen und dann mit dem Nudelholz zu einem dünnen, aber nicht zu dünnen Rechteck ausrollen.
Ich muss zugeben, ich hatte es eilig, und mein Rechteck ist, wie man auf dem Foto sieht, etwas dicker geraten; nach dem Füllen habe ich die Streifen jedoch seitlich verlängert, sodass sie etwas feiner wurden.
Das Rechteck der Länge nach in drei gleich große Streifen teilen. In eine Schüssel Mandeln und Haselnüsse fein hacken, die abgetropften Sultaninen und die Marmelade geben und alles gut vermengen.
Die Füllung gleichmäßig auf den Streifen verteilen, dabei an den Rändern nicht zu knapp werden; dann die Streifen der Länge nach aufrollen, sodass dicke Rollen entstehen.
Aus diesen drei Rollen einen Zopf flechten und zu einem Kranz formen.
Ich habe eine runde Form ohne Loch in der Mitte verwendet, auch wenn das Zentrum am Ende etwas frei blieb; ihr könnt natürlich die Variante wählen, die euch am besten liegt. Bedenkt jedoch, dass der Kranz einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern haben sollte.
Wenn der Kozunak in der Form liegt, wieder in den ausgeschalteten Ofen mit eingeschaltetem Lampchen stellen und mindestens 1 Stunde gehen lassen.
Nach dem Aufgehen den Kozunak mit der Mischung aus Eigelb und Milch bestreichen und anschließend mit Perlenzucker bestreuen.
„Wenn ihr einen besonders glänzenden Kozunak wollt: Bestreicht die Oberfläche vor dem Backen mit Eigelb, vermischt mit einem Esslöffel Milch, und bestreut ihn großzügig mit Kristallzucker!“

