Wenn ich in Italien von Currypulver spreche, denken viele sofort an das typische indische Gericht. Tatsächlich ist Curry aber eine sehr duftende Gewürzmischung, die in orientalischen Gerichten verwendet wird und je nach Herkunftsland und sogar von Familie zu Familie in Art und Menge der verwendeten Gewürze variiert. Jede*r hat also sein eigenes Rezept, das aus wenigen bis zu ein oder zwei Dutzend verschiedenen Gewürzen bestehen kann. Typischerweise werden die Gewürze ausgewählt, leicht geröstet und dann im Mörser fein zerstoßen. Heute gibt es verschiedene fertige Currypulver im Supermarkt, aber frisch zubereitet schmeckt es natürlich anders und verleiht den Gerichten eine persönliche Note.
Als ich viele Jahre im Ausland gelebt habe, habe ich zwei Hauptsorten Curry kennengelernt. In London fand ich ein dunkleres oder rötliches Curry, das dem Garam Masala ähnelt, das in der indischen Küche oft verwendet wird, und das von sehr scharf bis mild erhältlich war. Hier in den Niederlanden habe ich mich dagegen sehr an das weit verbreitete Kerrie gewöhnt, das oft ohne Chili zubereitet wird und je nach Geschmack später ergänzt werden kann. Kerrie stammt aus der indonesischen Küche, die hier sehr präsent ist. Die Hauptzutat ist die getrocknete Wurzel der Kurkuma, die die typische goldgelbe Farbe liefert. Ich verwende Kerrie viel und finde, dass es besonders während einer Diät hilft, den Geschmack der Gerichte zu verstärken.
In Italien bekommt man dieses indonesische Kerrie im Laden kaum, deshalb habe ich verschiedene Gewürze gemischt, bis ich ein Rezept hatte, das mich zufriedengestellt hat, und das ich hier auf dem Blog teilen wollte. Beim dritten Versuch hatte ich endlich eine Mischung, die nicht nur mich, sondern auch den strengsten Kritiker überzeugt hat: meinen Partner, der sehr pingelig ist, Kerrie seit Jahren in der Küche verwendet und genau weiß, wie es schmecken muss. Das Zusammenstellen dieser Gewürzmischung – wie auch das Zubereiten anderer orientalischer Mischungen – ist für mich fast wie Meditation: die Achtsamkeit beim Abmessen, die so durchdringenden und würzigen Düfte und die lebhaften, fröhlichen Farben heben die Stimmung. Los geht’s, machen wir es zusammen.
Einige Rezepte, in denen ich Currypulver verwende, sind diese:
- Schwierigkeit: Ganz einfach
- Kosten: Günstig
- Vorbereitungszeit: 20 Minuten
- Kochmethoden: Ohne Kochen
- Küche: Gesund
- Saisonalität: Ganzjährig
Zutaten
Benutze unbedingt Messlöffel.
- 6 Teelöffel Kurkuma (gemahlen)
- 3 Teelöffel Koriander (gemahlen)
- 3 Stück Nelken
- 2 Teelöffel Kreuzkümmel (gemahlen)
- 2 Teelöffel Ingwerpulver (gemahlen)
- 2 Teelöffel Senfsamen
- 1 Teelöffel Zimt (gemahlen)
- 2 Stück Kardamomkapseln (nur der Inhalt)
- 1/2 Teelöffel Muskatnuss (gemahlen) (gemahlen)
- 1/4 Teelöffel Bunte Pfefferkörner
- 1 Teelöffel Chilipulver (optional)
- Gesamtpunkte = 0 WW-Punkte
Küchenutensilien
- Messlöffel
- Mörser
- Gläser
Schritte
Miss alle Gewürze sorgfältig ab.
Das traditionelle Rezept sieht jetzt vor, die Gewürze 5–10 Minuten zu rösten, bis sie leicht dunkler werden und ein intensives, aromatisches Bouquet verströmen. Man kann das so machen, aber ich bereite die Gewürze lieber roh vor und röste nur die Menge, die ich beim Zubereiten des Gerichts gerade brauche.
Gib die Gewürze in einen Mörser und zerstößle sie mit dem Stößel etwa zehn Minuten, bis eine sehr feine Konsistenz entsteht.
Fülle alles in ein gut gereinigtes, luftdichtes Gefäß und bewahre es mehrere Monate lang, fern von Wärme und Licht, auf.
Und hier ist das fertige Currypulver in der indonesischen Variante. Was für ein Duft!
Ein Teelöffel oder auch etwas mehr reicht, um den Gerichten viel orientalisches Aroma zu geben. Mein Tipp ist, es gleich zu Beginn bei der Soßenzubereitung hinzuzufügen, wenn Zwiebel oder Knoblauch in etwas Öl angeschwitzt werden: so entfaltet sich der Geschmack am besten.
Viel Spaß!
von Giovanna Buono
Aufbewahrung
Du kannst es in verschlossenen Gläschen aufbewahren und dunkel in der Vorratskammer lagern. Es hält sehr lange; ich habe extra etwas liegen lassen und es nach drei Jahren noch benutzt – es war immer noch lecker.
FAQ (Fragen & Antworten)
Ich finde nicht alle Gewürze…
Wenn du nicht alle Gewürze findest, kannst du das Currypulver trotzdem zubereiten. Wichtig ist, dass Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander dabei sind – das ist meiner Meinung nach das Minimum!
Muss ich unbedingt einen Mörser benutzen?
Eigentlich könntest du auch eine Kaffeemühle oder einen Mixer benutzen. Ich verzichte lieber darauf aus zwei Gründen: Erstens färbt Kurkuma stark und kann weiße Kunststoffteile des Mixers verfärben, und zweitens mag ich es, den Mörser zu benutzen und an den Aromen zu riechen, die sich entfalten!
Wie kann ich das Currypulver verwenden?
Meiner Meinung nach ist der beste Weg, mindestens ein bis zwei Teelöffel gleich zu Beginn des Kochvorgangs hinzuzufügen, wenn Knoblauch und/oder Zwiebel mit etwas Öl angeschwitzt werden. So rösten die Gewürze leicht und geben Geschmack und Duft frei. Da das Angebratene aber oft recht trocken wird, solltest du gegebenenfalls etwas Wasser ergänzen.

