Zu den authentischsten Symbolen der bäuerlichen Ostertradition im Süden gehören die süßen Taralli mit Ei, ein Ritual, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und das Ende der strengen Fastenzeit markiert.
Ursprünglich als „Taralli degli Sposi“ zur Feier von Hochzeiten entstanden, sind diese großen Ringkekse mit der Zeit zum klassischen Oster-Geschenk geworden.
Früher trafen sich die Frauen in der Karwoche, um Kilos von Mehl und Eiern zu verarbeiten und brachten die Taralli dann zum Backen in die gemeinschaftlichen Backöfen des Dorfes. Ihr Duft war das untrügliche Zeichen dafür, dass das Fest naht.
Während viele regionale Varianten eine großzügige Schicht Sciroppo (eine dichte weiße Zuckerglasur) vorsehen, ist die Version, die ich euch heute vorschlage, die „nackte“.
Sie unterscheidet sich dadurch, dass sie den Teiggeschmack, die Qualität des extra nativen Olivenöls und das kräftige Aroma von Anis in den Mittelpunkt stellt.
Ohne die Zuckerschicht sind diese Taralli weniger süß, unglaublich mürbe und perfekt, um sie zum Dessert in süßen Wein am Ende des Essens oder zum Frühstück in Milch einzutunken.
Während der Adel und der Klerus die gezuckerte (teurere) Version bevorzugten, ließen die Bauern sie oft „nackt“ oder bestrichen sie nur mit Ei, um sie glänzend zu machen.
Im Gegensatz zu den „gegarten“ Taralli werden diese nicht vor dem Backen abgekocht: ihre unglaubliche Leichtigkeit entsteht ausschließlich durch den geschickten Einsatz der Eier und einer Prise Backammoniak, die sie porös und wolkenleicht macht.
Damit niemand auf die Aromen der Erinnerung verzichten muss, habe ich dieses alte Rezept in einer glutenfreien Version neu interpretiert.
Auf dem Blog findet ihr außerdem:
- Schwierigkeit: Mittel
- Kosten: Sehr günstig
- Ruhezeit: 1 Tag
- Vorbereitungszeit: 15 Minuten
- Kochzeit: 35 Minuten
- Portionen: 20 Stück
- Kochmethoden: Backofen, Elektrobackofen
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Ostern, Frühling
Zutaten
- 5 Eier
- 100 g Zucker
- 50 ml extra natives Olivenöl
- 2 Esslöffel Anislikör
- 500 g glutenfreie Mehlmischung
- 5 g Backammoniak (Hirschhornsalz) für Gebäck
- 50 ml Milch (+ ggf. mehr)
- 2 Eigelbe
- 1 Prise Salz
Schritte
Feuchter Teig: Schlage die Eier mit dem Zucker und dem Öl, dann gib das Mehl und das in 50 ml lauwarmer Milch aufgelöste Backammoniak sowie eine Prise Salz dazu. Wenn der Teig zu trocken erscheint, füge Milch oder Wasser hinzu: er soll fest, aber formbar sein.
Lange Ruhezeit: Lass den Teigling in Frischhaltefolie eingewickelt mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen. Die Kälte bindet die Fette und macht die glutenfreie Mehlmischung besser verarbeitbar.
Formen auf Backpapier: Statt lange Stränge auf der Arbeitsfläche zu rollen, forme Kugeln, drücke sie flach (10/12 cm) und steche mit dem Finger ein Loch in die Mitte, wobei du den Ring direkt auf dem Blech vorsichtig weitest.
Doppelt bestreichen: Bestreiche sie vor dem Backen zweimal mit Eigelb, um die typische bernsteinfarbene Farbe der apulischen Taralli zu erhalten.
Langsames Backen: Backe sie bei 170°C für etwa 35 Minuten. Glutenfreie Backwaren brauchen etwas länger, um innen auszutrocknen; bleiben sie feucht, verlieren sie ihre typische Brüchigkeit.
Die idealen Weine zur Kombination:
Moscato di Trani: Um in Apulien zu bleiben, ist er der ideale Begleiter. Süß, aromatisch und samtig.
Aleatico di Puglia: Wenn du einen süßen Rotwein bevorzugst, passen seine Noten von roten Früchten und Gewürzen hervorragend zum Anisaroma der Taralli.
Vin Santo: Auch wenn er toskanisch ist, ist er eine in Mittel- und Süditalien verbreitete Kombination für die zum Eintunken gedachten trockenen Kekse.
Vino Cotto: Typisch für die bäuerliche Tradition Apuliens und der Abruzzen, perfekt für alle, die einen intensiveren, karamellisierten Geschmack suchen.

