Die cuddure aus Kalabrien. Tradition und Süße. Mindestens einmal im Jahr müssen cuddure gemacht werden. Also Eier und Mehl und dann kann’s losgehen. Die Fotos konnte ich erst machen, nachdem ich die Beute geteilt hatte. Man kann ja kaum nur ein halbes Kilo Mehl verarbeiten, eher zwei Kilo. Jede*r bekommt seinen Teil. Sie sind lecker und begehrenswert, außen knusprig und innen weich. Viele bestreichen sie mit Zuckerguss und Streuseln, ich bevorzuge das gekochte Ei und lasse sie naturbelassen.
Überall heißt es anders: Cuddure, von gedrehten Strängen, als Kränze; oder cuzzupa zwischen Crotone und Catanzaro, sguta oder cudduracci in der Gegend um Reggio Calabria; anguta kommt aus dem grecanischen Gebiet. Entscheidend ist die Zugehörigkeit zu den Traditionen. Ein oder mehrere Tage sind dieser Zubereitung gewidmet, alle helfen mit, die Körbe zu füllen, die diese Kränze aufnehmen, die in der Osterzeit als Zeichen der Andacht mit dem Ei als Symbol der Wiedergeburt nicht fehlen dürfen.
Für weitere Rezepte aus der Tradition einige Vorschläge weiter unten.
- Schwierigkeit: Einfach
- Kosten: Günstig
- Vorbereitungszeit: 2 Stunden
- Kochzeit: 15 Minuten
- Portionen: 60/70 Stück, je nach Größe
- Kochmethoden: Elektrobackofen, Backofen
- Küche: Italienisch
- Saisonalität: Ostern, Frühling
Für die cuddure braucht ihr:
- 1 kg Mehl
- 6 Eier
- 100 ml Pflanzenöl (Oder Schmalz)
- 100 ml Milch
- 400 g Zucker
- 1 Zitronenschale
- 1 Päckchen Backammoniak
- Hartgekochte Eier (Mit Schale, zur Dekoration)
Cuddure und nützliche Utensilien
Eine große Schüssel, eine Arbeitsfläche, Backbleche. Die Werkzeuge, die ich benutze, findet ihr in meinen Kauftipps
So geht ihr bei der Zubereitung der cuddure vor
Mehl, Zucker, Zitrone und Backammoniak vermischen, alles gut verrühren und dann die restlichen Zutaten hinzufügen.
Gut durchkneten, bis ein homogener, leicht klebriger Teig entsteht
Die cuddure formen – kleine Ringe oder geflochtene Varianten. In der Zwischenzeit habt ihr die Eier gekocht und abkühlen lassen; jetzt könnt ihr sie zur Dekoration verwenden.
Im vorgeheizten Ofen bei 190 °C backen, bis sie goldbraun sind. Das dauert je nach Größe der Kränze 15 bis 30 Minuten.
Sie sind fertig und duften herrlich – nur noch reinbeißen, um ihr Aroma zu genießen.
Ein paar Tage vor Ostern wurde das Haus lebendig.
Es war nicht nur Kochen, es war ein Treffen: die Tanten kamen, und wir, die wir schon eine große Familie waren, eine richtige Bande, bereit anzupacken.
Jede*r von uns hatte eine Rolle, eine genaue Aufgabe in dieser Fließbandarbeit aus Mehl und Eiern, vielen Eiern.
Eigentlich hatten wir Kinder nur einen Gedanken: den Moment, in dem die cuddure aus dem Ofen kommen würden.
In einer Zeit, in der Süßes kein alltäglicher Genuss, sondern ein Privileg war, verwandelten die im Holzofen gebackenen Köstlichkeiten den Tag in ein echtes Fest. Die Mengen waren enorm, die Anstrengung feierlich; ein Ritual, das sich Jahr für Jahr wiederholte.
Wenn sie fertig und abgekühlt waren, folgte die „Aufteilung“.
Die cuddure wurden sorgfältig in großen Körben aufgehoben, unter sauberen Tüchern, die einen Schatz zu bewahren schienen. Der Plan war simpel: sie sollten für alle Feiertage reichen. Dennoch gefährdeten das stille Kommen und Gehen und kleine Tricks — flinke Hände, die heimlich ein Stück stibitzten — den wertvollen Vorrat.
Damals fiel mein Blick immer auf die mit weißem Zuckerguss und bunten Kügelchen bedeckten – klein und kostbar durch den Zucker, der so verführerisch aussah.
Heute haben sich die Gewohnheiten geändert und Zucker ist weniger geworden, aber die Lust, mit den Händen in den Teig zu greifen, ist geblieben.
Es geht nicht nur um den Geschmack, sondern darum, diesen Brauch weiterzugeben, damit dieses Ritual niemals aufhört, nach Zuhause und Familie zu riechen.
Ein paar Tipps.
Ihr könnt die Oberfläche vor dem Backen mit Eigelb und Milch bestreichen, um sie glänzen zu lassen; oder eine weiße Glasur aus Puderzucker herstellen und mit bunten Streuseln bestreuen.

